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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 14:45 Uhr

Interviews im Morgenmagazin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jugendgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes Ostholstein stattet der Partnerstadt Sewerodwinsk einen sportlichen Besuch ab

Den olympischen Gedanken hat eine Gruppe aus dem Kinderhaus Zarnekau genutzt, um die Kontakte nach Russland, genauer: zur Stadt Sewerodwinsk, zu pflegen. Die beiden Betreuer Helge Meier und Andrej Scharapow genossen mit vier Jungen aus dem Kinderhaus zum Winterbeginn eine landestypische Speisekarte mit Borscht, Soljanka und der Milchsuppe „Moloko“, ehe sie bei einem sechstägigen Besuch Land und Leuten näherkamen.

„Da war richtiges Matschwetter“, erinnert sich Jonas, der seine Eindrücke aufgeschrieben hat. Jonas kommt, wie die anderen Jungen, Cedric, Merlin und Domenick, auch, aus schwierigen Verhältnissen, hat in Zarnekau neuen Halt gefunden. Seine Augen glänzen, als er von den Erlebnissen berichtet, die Helge Meier in einer Präsentation aufbereitet hat. Immer wieder rückt die sportliche Begegnung in den Mittelpunkt. „Unter dem Strich steht es jetzt 1:1“. stellt Helge Meier fest, denn die Jugendlichen aus Sewerodwinsk, einer Stadt am Weißen Meer, die knapp 200  000 Einwohner hat, haben sich erfolgreich für die Begegnung beim Fußballturnier vor einem halben Jahr in Zarnekau revanchiert.

Dass eine deutsche Jugendgruppe in der Stadt zu Gast ist, deren Wirtschaft vom Schiffbau, vor allem vom U-Bootbau, geprägt ist, ist keine Selbstverständlichkeit. So heftete sich der regionale Fernsehsender an die Fersen der Zarnekauer. Der offizielle Empfang bei Bürgermeister Michail Gmyrin lief im örtlichen Morgenmagazin über die Bildschirme, die Jugendlichen und ihre Betreuer gaben Interviews. Der Kontakt zwischen den Städten Neustadt, dem Sitz des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Ostholstein, zu dem die Einrichtung in Zarnekau gehört, und Sewerodwinsk ist mehr als zehn Jahre alt. Sie wurde vom damaligen Neustädter Bürgermeister und derzeitigen DKSB-Geschäftsführer Henning Reimann gemeinsam mit seinem damaligen russischen Amtskollegen ins Leben gerufen. Heute sorgen ihre Nachfolger Tordis Batscheider in Neustadt und Michail Gmyrin in Sewerodwinsk dafür, dass die Verbindung gepflegt wird.

Für den DKSB Ostholstein ist Larissa Scharapowa seit der ersten Stunde eine Begleiterin des Austauschs, den Schüler- und Folkloregruppen sowie ein Lehreraustausch mit geprägt haben.

„Beim Bowling haben wir mit den Russen auf Englisch geredet“, sagt Jonas. „Das war nicht einfach, letztlich haben wir uns mit Gesten und Mimik, mit Händen und Füßen verständigt, das hat auch gut funktioniert“, berichtet Helge Meier amüsiert. Der Besuch im Büro des Bürgermeisters hatte Folgen: Seine Sekretärin empfing die deutsche Gruppe spontan in ihrer Wohnung zum Essen, Bürgermeister Michail Gmyrin lud sie zu einem Besuch beim Eishockeyspiel seiner Mannschaft ein.

Beim Hallenfußball lieferten sich die Mannschaften aus Russland und Deutschland ein spannendes Spiel, das die Gäste 4:2 gewannen. An der Tischtennisplatte hatten die Gastgeber die Oberhand. „Dort gibt es ein Leistungszentrum, das russische Landesmeister hervorgebracht hat“, hat Helge Meier erfahren. Kein Wunder, dass das Team aus Sewerodwinsk klar überlegen war. „Sie haben uns aber sehr fair mitspielen lassen, und unsere Jungen haben ihre Überlegenheit vorbildlich akzeptiert“, stellt Helge Meier fest.

Die Kontakte zu den örtlichen Behörden zurrte Andrej Scharapow vor Ort fester, er warb für den Gegenbesuch aus Russland. „Für die Reise ist eine lange Vorbereitungszeit notwendig“, erläutert Andrej Scharapow. Jetzt steht aber der Termin fest, die Jugendlichen aus Sewerodwinsk sollen am 26. August nach Deutschland kommen. Ein fester Programmpunkt ist dann die Teilnahme am traditionellen Fußballturnier des Kinderschutzbundes in Zarnekau.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 21:40 Uhr

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