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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 08:57 Uhr

Intermar Malente : Intermar: Investor zieht zurück

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Zwangsversteigerung des ehemaligen Malenter Hotels fand gestern im Amtsgericht Eutin ein abruptes Ende

Es sollte das Ende des Intermar-Versteigerungsmarathons werden. Gestern – so zumindest war
es vorgesehen – sollten in einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht Eutin insgesamt 25 Objekte des ehemaligen Malenter Hotels an Investor Ahmad Djabbari-Hagh gehen. Doch dazu kam es nicht.

Die zu versteigernden Objekte: leerstehende Zimmer des zweiten und dritten Obergeschosses, ein Veranstaltungssaal, eine ehemalige Gastronomie sowie ein Schwimmbad des 14 Stockwerke umfassenden Intermar am Dieksee. Noch vor einigen Monaten sollten Interessenten die Möglichkeit bekommen, die Räume nach und nach zu ersteigern. Doch die zuständige Hamburger Bank fand in dem Hamburger Projektentwickler mit iranischen Wurzeln Ahmad Djabbari-Hagh einen attraktiveren Investor für die unteren Etagen des Hochhauses.

Gestern fanden sich insgesamt 22 Zuschauer und Wohnungseigentümer also im Saal C des Amtsgerichtes ein. Nur einer fehlte: Ahmad Djabbari-Hagh. Rechtspflegerin Marianne Schnepel erklärte: „Der Investor hat seine Bietvollmacht widerrufen.“ So habe der Hamburger Investor der Rechtspflegerin am Freitagabend ein Fax geschickt. „Da war ich schon zu Hause, das Fax hat mich erst heute erreicht“, erklärte Schnepel. Eine konkrete Begründung für den Rückzug aus dem Verfahren habe Schnepel von Ahmad Djabbari-Hagh nicht erhalten. „Das hat uns alle überrascht. In elf Jahren ist mir so etwas noch nie passiert“, bekundete die Rechtspflegerin.

Die Anwesenden zeigten jedoch wenig Verständnis für den Ablauf des Verfahrens. „Letztes Jahr im Oktober war ich hier und wollte eine Wohnung ersteigern. Auf einmal ging es nicht mehr“, äußert sich ein verärgerter Mieter. 15  000 Euro pro Monat für zwei Etagen des ehemaligen Intermar müssten die Mieter als Sonderumlage mittragen: „Normalerweise wäre alles schon längst versteigert worden, aber die Mietergemeinschaft muss nun weiterzahlen“, äußert sich der verärgerte Zuschauer, und auf die Rechtspfleger deutend sagt er: „Als ob das jemand absichtlich verzögern will und die machen das auch noch alles mit.“

Die Rechtspflegerin versuchte jedoch, das Beste aus der Situation zu machen und gab die Einzelobjekte zur Versteigerung unter den Anwesenden frei: „Ich möchte nicht, dass dieser Termin völlig sinnlos ist“, begründete Schnepel. „Natürlich ist das, was passiert ist, nicht schön, aber die Möglichkeit des Ersteigerns bleibt Ihnen ja.“

Doch das Verständnis im Zuschauerraum hielt sich in Grenzen: „Das ist viel zu kurzfristig, so schnell geht das einfach nicht“, gab ein Gast zu bedenken. „Ich habe hier letzte Woche angerufen und gefragt, ob eine einzelne Versteigerung möglich ist. Da sagte man mir, das ginge nicht. Wir sind ja heute überhaupt nicht vorbereitet.“ Nur ein einziges Objekt von 25 erhielt gestern den Zuschlag. Für alle anderen muss nun ein neuer Versteigerungstermin angesetzt werden. Das werde frühestens im Dezember der Fall sein, prophezeite Marianne Schnepel. Zunächst müsse entschieden werden, ob die Objekte in einem Zug oder einzeln versteigert werden. „Auf einmal ist es ein irrer Aufwand und zudem unübersichtlich für die Interessenten“, gab Schnepel zu bedenken.

Ob Ahmad Djabbari-Hagh zivilrechtliche Konsequenzen drohen, muss nun geprüft werden.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 11:24 Uhr

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