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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Ihr Ziel ist eine lebendige Gemeinde

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Propst Peter Barz stellt am Sonntag Malentes neue Pastorin Laura Koch vor

Mit ihrem neuen Einsatzort musste sich Laura Koch erst einmal genauer beschäftigen: „Ich habe erst mal Google Maps aufgemacht und geguckt, wo Malente genau liegt“, berichtet die 29-Jährige in erfrischender Offenheit. Nach ihrem Vikariat in Schuby bei Schleswig habe sie sich eigentlich den Einsatz in einer größeren Stadt wie Kiel, Lübeck oder Flensburg gewünscht. „Dann war ich aber positiv überrascht“, sagt die junge Theologin „Malente ist ja eigentlich noch städtisch – und es liegt landschaftlich reizvoll“, findet sie. Nur einen Buchladen vermisst die begeisterte Leserin.

Die Nordelbische Kirche hat Laura Koch als sogenannte Pastorin zur Anstellung ins Kneippheilbad entsandt. Sie steht damit an der Seite von Pastorin Bettina Grunert und folgt auf Pastor Torsten Becker, der Malente im August vergangenen Jahres verlassen hatte. Eigentlich hatte die Kirchengemeinde die Stelle ausgeschrieben, doch da kein Bewerber in Sicht war, gab der Kirchengemeinderat in einem Eilverfahren seine Zustimmung. Drei Jahre bleibt Laura Koch jetzt voraussichtlich in Malente, dann kann sie sich als Pastorin auf Lebenszeit in Malente bewerben.

Gottesdienste, Beerdigungen, Konfirmandenunterricht und eine Konfirmandenfreizeit standen bereits auf dem Programm. Bevor sie eigene Ideen umsetzt, will Laura Koch aber erst einmal abwarten: „Ich schaue erst einmal: Wo bin ich hier eigentlich? Was ist schon da? Welche Gruppen gibt es schon?“. Als Pastorin sei es schließlich nicht ihre Aufgabe, sich selbst zu verwirklichen, sondern der Gemeinde zu helfen, zu wachsen und lebendig zu sein. Einen Pflegeeinsatz auf dem Waldfriedhof und einen Besuch im DRK-Seniorendomizil in der Friedrichstraße hat die neue Pastorin beispielsweise schon absolviert.

Einen Herzenswunsch will Laura Koch aber auf jeden Fall verwirklichen: „Ich würde so gerne meine Generation in der Kirche vorkommen lassen“, sagt sie. Um dieses zu erreichen, will sie etwa auf den Musikgeschmack ihrer Altersgenossen eingehen, aber auch ergründen, wo ihre Sorgen und Ängste liegen. „Wo steht diese Generation bei ihrer Sinnsuche?“, sei dabei eine Leitfrage. Laura Koch will sich dabei nicht hinter einer Fassade des „Heiligtuns“ verstecken. „Mir sind Zweifel nicht fremd“, räumt sie ganz offen ein. Und sie gesteht auch ganz ehrlich, dass sie nicht mit jeder Form des Gottesdienstes glücklich ist, die sie erlebt hat.

Sie selbst habe während ihres Studiums an den Uni-Gottesdiensten in der Hauptkirche St. Katharinen zu Hamburg mitgewirkt. „Das hat bei mir für Spiritualität gesorgt, neben dem Wissenschaftlichen.“ Bei ihrem Vikariat in Schuby habe sie dann gemerkt, „dass dieser Beruf ganz viel damit zu tun hat, Menschen in Krisen zu begleiten“. Dazu zählt sie aber nicht nur den Tod in Form von Beerdigungen, sondern mit Geburten und Hochzeiten auch das Leben.

> Propst Peter Barz stellt Malentes neue Pastorin Laura Koch am Sonntag, 17. Juli, bei einem Gottesdienst ab 9.30 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche vor. Anschließend ist beim Kirchenkaffee Gelegenheit, mit Laura Koch ins Gespräch zu kommen.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 15:16 Uhr

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