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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 14:55 Uhr

„Ich werde in Eutin nicht investieren“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

A-K-tiv-Chef Thomas Hüstreich fühlt sich nach der Behandlung im Ausschuss „vorgeführt“ und will sein Vorhaben woanders umsetzen

Seine Entscheidung klingt klar und deutlich: „Ich werde das Projekt in Eutin nicht mehr umsetzen. Das war ein abgekartetes Spiel gestern Abend und ich fühlte mich sehr vorgeführt“, sagt
A-K-tiv-Chef Thomas Hüstreich einen Tag nach dem Stadtentwicklungsausschuss, der ihm auf Anraten von Bauverwaltung und Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) „Hausaufgaben“ aufgab (wir berichteten). Hüstreich, so der Beschluss nach dreistündiger Diskussion, solle ein schlüssiges Betriebskonzept, eine gesicherte Finanzierung sowie den Nachweis, dass der Gesundheitscampus auch ohne Bildung von Wohneigentum betrieben werden könne, beibringen. Direkt nach der Entscheidung wirkte er platt, „ich muss das alles erst einmal auf mich wirken lassen“.

Gestern dann machte er auf Nachfrage seiner Enttäuschung Luft: „Ich erkläre dem Ausschuss, welch’ innovatives Projekt ich am Standort plane und alles, was interessiert, ist der Fall einer Pleite. Ich bin menschlich enttäuscht.“ Gerade die Vorgespräche mit dem Bürgermeister seien aus Hüstreichs Sicht sehr positiv verlaufen: „Ich hatte den Eindruck, er sei pro Projekt eingestellt. Aber dann überlässt er als Verwaltungschef Herrn Rubelt vom Bauamtdas Wort. Er hätte sich auch dagegen äußern können, aber gar nichts zu sagen?“ Hüstreich zweifelte an der Machbarkeit der Hausaufgaben: „Eine hundertprozentige Finanzierung darzulegen ohne jede Planungssicherheit funktioniert doch nicht.“ Für ihn sei es Bestandteil gewesen, einen Teil der Finanzierung über Wohneigentum zu leisten. Seit 2011 will Hüstreich auf seinem Gelände neben dem Fitness- und Therapiebereich etwas mit Wohnkombination entwickeln. „2011 haben sie sieben zu null für Wohnen am Ort gestimmt, mir nur nie Planungssicherheit erteilt. Jetzt brauche ich das freie Gelände nicht mehr, ich werde in andere Städte ausweichen.“

Im Ausschuss selbst hatte ein von der Stadt bestellter Lärmgutachter versucht deutlich zu machen, das Wohnen auf dem Gelände möglich ist ohne die Interessen der bestehenden Betriebe zu gefährden. Die Vertreter der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein, die gemeinsam mit der Stadt das Gewerbegebiet entwickeln, wollten dem keinen Glauben schenken und legten den Ausschussmitgliedern ihre Bedenken vor – sowie große Zahlen: So sollen nach einer aktuellen Umfrage 789 Mitarbeiter im Gewerbegebiet arbeiten, 60  000 Quadratmeter Fläche seien verkauft, weitere 26  000 Quadratmeter reserviert, 62  000 noch frei. „Wir sehen das Engagement von Herrn Hüstreich, aber uns treibt die Sorge um, dass die wirkliche Nutzung im Bestand bestehen bleiben kann, wenn aus dem Misch- ein Wohngebiet wird“, sagte Dirk Bremken (Egoh).

Hüstreich selbst wusste aus Gesprächen mit seinen direkten Nachbarn, dass diese sein Projekt nicht mit den Problemen betrachten.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 00:05 Uhr

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