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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

„Ich habe mir viele Wettbewerbe angesehen“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Christian Klees hat am Bildschirm viele Olympische Wettkämpfe in verschiedenen Sportarten verfolgt

„Die Abschlussfeier war 1996 in Atlanta ein feierlicher Schlusspunkt. Es war toll, mit den anderen Athleten im Olympiastadion das Ende der Spiele zu feiern“, sagt Christian Klees. Der Eutiner Sportschütze war vor gut 20 Jahren der erste Goldmedaillengewinner der deutschen Mannschaft. „Ich habe mir viele Wettbewerbe angesehen, denn Olympia ist immer etwas ganz Besonderes“, sagte der 48-Jährige gestern bei einem Einkaufsbummel während seines Urlaubs am Telefon.

Natürlich hat der Olympiasieger im Kleinkaliber-Liegendanschlag von 1996 sein Hauptaugenmerk auf die Sportschützen gerichtet. „Die Schützen hatten eine gute Stimmung in der Mannschaft, das war gleich zu sehen“, sagt Christian Klees, den die Erfolgsbilanz beeindruckt. Zwar gingen die Schützen zum Beginn durch Barbara Engleder, die im Luftgewehrschießen auf zehn Meter Entfernung Vierte wurde, noch leer aus, doch dann kamen die Schießsportler in Fahrt. Ein paar Tage später holte sich Barbara Engleder in der Königsdisziplin Kleinkaliber-Dreistellungskampf den Olympiasieg und startete damit einen Gold-Hattrick der deutschen Sportschützen binnen 48 Stunden. Dazu gab es eine Silbermedaille. Henri Junghänel wandelte auf Klees’ Spuren und gewann Gold
im Kleinkaliber-Liegendschießen. Christian Reitz gewann den Wettbewerb mit der Schnellfeuerpistole auf 25 Meter Distanz. So wurden die Schützen der erfolgreichste deutschen Sportverband neben den Kanuten. „Das Erfolgsgeheimnis war der große Teamgeist“, meint Klees.

Den einen Moment in Rio hat es für den Olympioniken nicht gegeben: „Mich hat der Turner Andreas Toba beeindruckt, der trotz eines Kreuzbandrisses antrat und der deutschen Mannschaft den Einzug ins Gerätefinale sicherte. Oder Fabian Hambüchen, der bei seinen dritten Olympischen Spielen seine erste Goldmedaille errang. Aber auch Usain Bolt hat mit seinen drei dreifachen Olympiasiegen für Glanzlichter gesorgt“, sagt Christian Klees. Er hat auch Negativmomente gesehen, dazu gehörte das brasilianische Publikum, das den französischen Stabhochspringer Renaud Lavillenie gnadenlos auspfiff. Geärgert hat ihn das Verhalten der Zwillinge Anna und Lisa Hahner, die den Marathonlauf Hand in Hand beendeten und als 81. und 82. in den Ergebnislisten auftauchten: „Das fand ich peinlich!“ Daneben war für ihn das Benehmen von Diskuswurf-Olympiasieger Christoph Harting, der bei der Siegerehrung keinen Respekt gezeigt habe.

Eine eindeutige Position hat Klees zum Thema Doping: „Alle, die gedopt haben, müssen ein Leben lang gesperrt werden, die gehören da nicht hin. Es geht gar nicht, dass Athleten, die des vorsätzlichen Dopings überführt worden sind, nach einer Sperre bei Olympia Medaillen gewinnen.“

Christian Klees ist seinem Sport als Co-Trainer des Luftgewehr-Bundesligateams der Schützenbrüderschaft Freiheit Osterode treu geblieben, mit dem er im vergangenen Jahr Deutscher Vizemeister geworden ist. Zurzeit bereiten sich die Schützen auf die deutschen Meisterschaften vor, die in München auf dem Programm stehen. In der Bundesliga will Klees mit den Sportschützen aus dem Harz wieder das Finale der besten vier Mannschaften erreichen.

Die Schlussfeier von Rio hat er übrigens nicht ganz gesehen, er wollte am Montag früh aufstehen, weil er seiner Lebensgefährtin den Einkaufsbummel in Hamburg versprochen hatte.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 22:23 Uhr

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