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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 22:57 Uhr

Holzbergturm: Verein wehrt sich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vorsitzender Günter Struck reagiert auf Kritik im Planungsausschuss. Es sei ungerecht, allein dem Verein die Abrisskosten aufzubürden

Der Verschönerungsverein Neversfelde hat Kritik am Verhalten des Vereins im Ringen um eine Übernahme der Abrisskosten für den maroden Holzbergturm zurückgewiesen. In einem offenen Brief wendet sich Vereinsvorsitzender Günter Struck an Thomas Paprotta (Bürgerinnen für Malente). Mit den Worten „Die sollen das alleine wuppen“ hatte er sich im Planungsausschuss dafür ausgesprochen, dem beim Abriss des Turms finanziell nicht zur Hilfe zu kommen, da dieser genügend finanzielle Reserven habe.

„Es bedarf schon einer ziemlichen Ignoranz, dem Verein jetzt die Hauptverantwortung und die alleinige Zuständigkeit für die Misere des Turms zuschieben zu wollen“, erklärt Struck. Abgesehen davon, dass dies schon allein rechtlich kaum haltbar sei, sprächen auch alle Fakten dagegen, dass sich die Gemeinde in dieser Form aus der Verantwortung stehlen könne.

Die Kosten für die Gutachter und des Architekten für Ausschreibungen im Zusammenhang mit dem abrissreifen Aussichtsturm habe der Verschönerungsverein bereits bezahlt, sagte Struck. Darüber hinaus verwies er auf die Geschichte des vor knapp zehn Jahren gebauten Holzturms, der sich bis zu seiner Sperrung im Juli vergangenen Jahres zu einer Touristenattraktion entwickelt habe.

Der Verein habe das vor rund 15 Jahren durch ihn angeschobene Projekt nicht nur durch die Veranstaltung von Flohmärkten, Weihnachtsmärkten oder Festen sowie durch den Verkauf von Treppenstufen finanziert. Die noch fehlenden Beträge seien von den Vereinsmitgliedern in geradezu vorbildlicher Eigenleistung beigesteuert und von diversen Regionalfonds aufgebracht worden. In den vergangenen Jahren habe der Verein Pflege und Wartung des Turms im Rahmen seiner Möglichkeiten übernommen, wie dies vertraglich zwischen Verein und Gemeinde vereinbart worden sei.

Das Konzept für den Turm sei seinerzeit durch den Planverfasser, den Architekten und den verantwortlichen Mitarbeiter in der Gemeinde, die mittlerweile alle verstorben seien, sowie den Kreis Ostholstein abgesegnet worden. Sie alle hätten damit die nicht geeignete Konstruktion sowie die Verwendung eines nicht geeigneten Holzes mitgetragen, betont Struck.

Die Gemeinde habe unterdessen vom Turm, dessen Abriss der Verein nun womöglich allein bewältigen solle, erheblich profitiert. „Der Tourismus-Service Malente hat jahrelang geführte Touren auf den Holzbergturm angeboten, für die die Teilnehmer einen nicht unerheblichen Obolus bezahlen mussten.“ Der Verein, nach heutiger Lesart der Eigentümer, habe hiervon nie auch nur einen einzigen Cent gesehen.

Außerdem habe es mehrere TV-Beiträge vom Holzbergturm aus gegeben, darunter auch mit dem damaligen Bürgermeister Michael Koch zum Geist von Malente. Hier seien sowohl die Berichterstattung zur Fußball-WM 2014 als auch das Trainingslager des Hamburger SV in Malente zu nennen.

Kritik an einem vermeintlich unsaubere Finanzgebaren des Vereins weist Struck ebenfalls zurück. Zwar sei es richtig, dass der Verein noch relativ wohlhabend sei. Doch die Mittel seien zweckgebunden, was auch gegenüber dem Finanzamt so angegeben worden sei. So sei etwa ein Betrag in Höhe von 7000 Euro, der auch aus Spenden stamme, für einen ökologisch orientierten Spielplatz für die jugendlichen Besucher des Turms geplant. Als Rücklagen des Turms seien weitere 10  000 Euro eingeplant und nur nach diesen Mitteln sei der Verschönerungsverein gefragt worden. Struck: „Von plötzlich aufgetauchten Geldern kann nicht die Rede sein.“

Sämtliche Beträge umzuleiten und nun für den Abriss des Turmes auszugeben, dürfte recht problematisch sein, glaubt Struck, der den Vereinsvorsitz lange Zeit nach dem Turmbau übernommen hat. Denn ein Abriss dürfte kaum als gemeinnützig gelten, was möglicherweise sogar zu Steuernachforderungen führen könne.

Angesichts der massiven Kritik am Verein warnt Struck vor Auswirkungen auf das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde insgesamt: „Mit einem derartig rüden Vorgehen wird auch der letzte Malenter Bürger davon abgehalten, sich für das Gemeinwesen zu engagieren.“ Ein solcher Schaden sei nicht nur rein materiell kaum wieder gutzumachen.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 17:57 Uhr

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