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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 09:45 Uhr

Hof Mondsee stellt sich vor

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In Krummsee hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die sich der Schamanenkunst widmet. Für morgen lädt sie zum Festritus ein

Der eine oder andere Dorfbewohner hat bislang nur durch die Geräusche ihrer Trommeln von ihnen Notiz genommen. Doch nun wagen die neuen Bewohner einer Hofstelle unweit der Ruine des ehemaligen Hotels Bruhnskoppel in Krummsee den Schritt in die Öffentlichkeit. Am morgigen Sonnabend, 20. August, ab 16 Uhr veranstaltet die Gemeinschaft auf ihrem „Hof Mondsee“ ein rituelles Hoffest.

Die Hofgemeinschaft ist seit April 2015 gewachsen und besteht neben zwei Kindern aus sechs Frauen und zwei Männern, die sich selbst als Schamanen bezeichnen. Gemeinsam haben sie den Verein „Hof Mondsee“ zur Erhaltung der traditionellen und modernen Schamanenkunst gegründet. „Wir wollen zeigen, was wir tun, wie wir leben und wer wir sind“, erklärt Vereinsvorsitzende Lotte Grohe. Die 56-jährige Tänzerin und ganzheitliche Masseurin, die lange in Berlin gelebt hat, ist seit etwa zehn Jahren als Schamanin tätig. „Ich habe die Wut, die Trauer, die Angst gespürt, wenn ich die Menschen berührt habe“, berichtet sie. Als Masseurin sei es ihr nicht gelungen, solche Blockaden aufzulösen, als Schamanin sei sie jedoch dazu in der Lage.

Mit der Vereinsgründung wollen sich die Mitglieder der Hofgemeinschaft auch von aus ihrer Sicht unseriösen Schamanen abgrenzen, die quasi in Wochenendkursen geschult würden: „Die lernen gleich die Werkzeuge und sollen die Traumata anderer Menschen auflösen“, sagt Lotte Grohe. Ohne eine intensive Beschäftigung mit den eigenen Schatten sei es nicht möglich, anderen zu helfen. Sie selbst blicke auf mehrere Therapien zurück.

Hof Mondsee, dessen Name sich von der sichelförmigen Form des Krummsees herleitet, soll zu einem Heil- und Ausbildungszentrum in Ostholstein werden. Der Verein will nicht nur verlorenes Wissen der Schamanen neu entdecken, sondern auch traditionelles Schamanentum mit moderner analytischer Psychologie verbinden. Rituale, energetische Massagen und Schamanenkunst soll helfen, Traumata, emotionale Blockaden und Körpersymptomatiken aufzulösen.

Ökologische Ernährung gehört zur Grundlage der schamanischen Heilkunst. Das gepachtete Land wird von einem Biolandwirt bewirtschaftet, auf einem Teil des Landes züchtet die – vegetarisch lebende – Gemeinschaft ihr eigenes Gemüse.

Der „Festritus zur Heilung von Mutter Erde und ihren Kindern – Menschen, Tiere, Pflanzen“ auf Hof Mondsee (Bruhnskoppeler Weg 45) beginnt um 16 Uhr. Gäste können bei traditionellen Liedern am Feuer für die Urmutter mitmachen, singend, trommelnd, klatschend oder tanzend. Im Feuer können sie ihre selbst gestaltete Lehmkunst brennen. Geplant ist außerdem, einen Riesenzopf aus Plünnen vom Acker zum See zu flechten, um Wasser und Erde zu verbinden. Am See können sich die Besucher auf einem Floßboot treiben lassen, außerdem können sie Wunschbänder und Traumfänger herstellen.

Es soll Suppe aus selbst angebautem Gemüse und Waffeln mit Eiern von eigenen Hühnern geben. Außerdem will die Hofgemeinschaft schamanisch großgezogenes Biogemüse von dem nach traditionellem Wissen der Urvölker geheiltem Land verkaufen. Vereinsmitglied Iris Naujoks zeigt eine Fotoausstellung. Zu sehen sind Bilder einer rituellen Tanzperformance „Wilde Kirschen“, die Lotte Grohe ab 21.30 Uhr zeigen wird. Die Vorstandsmitglieder Maria Bobert und Benjamin Heimann werden sie dabei musikalisch begleiten.

Internet: www.hofmondsee-schama nenverein.com

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erstellt am 16.Aug.2016 | 13:09 Uhr

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