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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Plön : Heimisches Wild auf die Teller

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreisjägerschaft Plön und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Plön planen eine enge Vermarktung von Wild aus der Region

Mehr heimisches Wild auf die heimischen Teller – das ist das Motto einer Kooperation von Kreisjägerschaft und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) im Kreis Plön. „Wir Jäger sind daran interessiert, dass das Wildbret im Nahbereich vermarktet wird“, sagte Hans-Werner Blöcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.

„Gastronomie und Jäger haben etwas davon und der Verbraucher ein regionales Spitzenprodukt auf dem Tisch“, begrüßt auch Gerd Wilkens, DeHoGa-Kreisvorsitzender, die Zusammenarbeit. Ziel ist es, mindestens 15 Lokale in den 15 Hegeringen zu finden, die das saisonale Wildbret anbieten. Losgehen soll es mit einer Auftaktveranstaltung zum Start in die Jagdsaison Anfang Oktober. Dabei soll ein großes Wild-Büffet die Möglichkeiten aufzuzeigen.

Ziel sei es, den Verbrauchern auf der einen Seite das Wild schmackhaft zu machen, andererseits ihnen aber auch ein „gesundes Produkt“ anzubieten. Bereits seit einigen Jahren lassen die Jäger auf eigene Kosten Proben untersuchen, um eventuellen Krankheiten vorzubeugen – „bisher hat es keine einzige Beanstandung gegeben“, so Blöcker.

„Es macht einfach keinen Sinn, dem Gast Wild vorzusetzen, das aus Neuseeland oder Rumänien kommt“, weiß Andreas Tedsen, Gastronom aus Lütjenburg und stellvertretender DeHoGa- Vorsitzender im Kreis. Deshalb hat der Verband alle Betriebe im Kreis aufgefordert, sich in das Projekt einzubringen.

Um Formalien ging es gestern Abend beim Kreisjägertag in Holm. Schwerpunkt bildete in diesem Jahr im Vorgriff auf die gemeinsame Aktion mit dem DeHoGa das Thema Wildbrethygiene, für das die Jäger künftig auch über ein neues Bundesjagdgesetz sensibilisiert werden sollen. Bisher belegen alle Untersuchungen: Das Wildfleisch im Kreis ist gesund, ökologisch und schmackhaft.
Sorge bereitet den Jägern aber die Zunahme des Marderhundes als „Neubürger“ im Kreis. Während 2014 noch 263 Tiere auf der Strecke lagen, waren es 2015 bereit 394, eine Zunahme von gut 50 Prozent, so Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hammerschmidt. Gleichzeitig gilt der Kreis Plön als der Damwild reichste Kreis in Deutschland mit einem Bestand mit bis zu 10  000 Tieren. Anlass zur Sorge geben die zahlreichen Wildunfälle. So starben im vergangenen Jahr auf der Straße 233 Stück Damwild, 588 Rehe und 94 Wildschweine. Gleichzeitig richteten die Jäger erneut einen Appell an die Pferdehalter, im Winter ihre Litzenzäune abzubauen. Denn dort verfängt sich immer noch sehr viel Wild und verendet dann kläglich. Bis zu 50 dieser Fälle gebe es jährlich, schätzte Blöcker. Er allein hatte in seinem Jagdbereich in Högsdorf drei Damhirsche, die sich in den Zäunen verfingen und starben. „Einmal waren es sogar zwei Hirsche, von denen einer starb und von dem anderen mitgezogen wurde, bis auch dieser verendete“, sagte Blöcker.

Positiv zu vermerken ist ein Versuch, demnächst vor einer Ernte das Feld mit einer Drohne mit Wärmebildkamera abzufliegen, um Niederwild ausfindig zu machen und vor den Erntemaschinen zu retten.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 14:30 Uhr

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