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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 11:42 Uhr

Gute Laune trotz Defizit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Festspiele belastet Vergangenheit: 11000 Euro Defizit in 2015 / Positiver Blick in die Zukunft

Die Eutiner Festspiele schreiben für das Jahr 2015 rote Zahlen: „Wir haben ein Minus von 11  000 Euro, was ausschließlich an den Altlasten aus den Jahren 2011 und 2012 liegt“, sagte Festspiele-Geschäftsführerin Sabine Kuhnert gestern. Für sie sei diese Jahresbilanz der Abschluss eines „nicht einfachen Jahres – persönlich sowie als Geschäftsführerin“.

Dass das Minus „so gering“ ausgefallen ist, sei einem soliden Wirtschaftsplan und nicht zuletzt einem großzügigen Privatmann aus Eutin zu verdanken, der einen größeren fünfstelligen Betrag spendete, nachdem sich die Gesellschafterstruktur der Eutiner Festspiele Ende November 2015 geändert hatte (wir berichteten). Damals verkaufte die Eutiner Wirtschaftsvereinigung ihre Anteile an die drei neuen Gesellschafter Dr. Mirko Stemmler für die Cautus GmbH, in deren Händen schon die Opernscheune ist, Dr. Joachim Scheele, Eutiner Ingenieur und Arend Knoop, Technikdirektor der Festspiele. Insgesamt habe es als Zeichen der Anerkennung für das neue Team im Dezember Spenden von insgesamt rund 40  000 Euro gegeben, so Kuhnert. „Auch, dass ich hier heute alleine sitze, verdeutlicht unser Selbstverständnis und Vertrauen untereinander.“

So ganz abzuschütteln ist die Vergangenheit jedoch nicht, denn laut Kuhnert belasten „fällige Zahlungen aus Verbindlichkeiten“ der Jahre 2011 bis 2014 den aktuellen Haushalt. Zu den Details der Altlasten aus der Zeit, in der Brauhausbetreiber Markus Gutzeit und später Tina Ziegler Festspiele-Chef waren, wollte sie sich gestern nicht äußern. Fakt ist: „Ohne die Altlasten hätten wir Rücklagen bilden können.“ Doch das Motto bleibe: „Wir schauen positiv in die Zukunft. Und dazu haben wir auch allen Anlass“, so Kuhnert. Denn: „Wir können 75 Prozent unserer Ausgaben allein durch den Kartenverkauf decken. Das ist für einen Theaterbetrieb sehr gut.“ Der Rest werde durch die „öffentliche Hand“ gefördert (15 Prozent) oder durch Sponsoring und Spender (10 Prozent) finanziert. Insgesamt lagen die Einnahmen der Festspiele 2015 bei 1,32 Millionen Euro.

Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 64 Prozent (24  000 verkaufte Karten) in der vergangenen Saison zeigte sich Kuhnert zufrieden. In den Vorjahren schwankte die Auslastung zwischen 60 und 62 Prozent. „Unsere neuen Marketingstrategien zeigen erste Erfolge“, sagte Kuhnert. So sei regelmäßig ein Team an den Küstenstandorten unterwegs, was sich auch in diesem Jahr durch wiederholte Reservierungen bemerkbar mache. Derzeit sind rund 11  000 Karten verkauft – „bis auf fünf Karten identisch zum Vorjahr“, so Kuhnert. Was den LGS-Boom in der Kalkulation für die aktuelle Festpiele-Saison angeht, ist Kuhnert vorsichtig: „Ich plane mit einem Plus von etwa 700 Karten. Alles, was zusätzlich kommt, freut uns, widerspräche aber einem soliden Wirtschaftsplan, würden wir gleich von einer riesigen Zahl ausgehen.“

Für die Zukunft sollen die Festspiele mehr Event-Charakter bekommen, etwas für Kinder sei denkbar – ebenso wie Interaktionen. Doch dazu werde Ende Mai mehr verraten.



Tipp: Das Kartenhäuschen (Jungfernstieg) öffnet ab Montag 12 Uhr.

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erstellt am 23.Apr.2016 | 03:20 Uhr

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