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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 12:47 Uhr

Sierksdorf : Großalarm im Hansa-Park

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Rettungsübung „Tornado 2016“: Mehr als 150 Statisten und rund 400 Einsatzkräfte probten in Sierksdorf den Ernstfall .

Tornados sind in unseren Breiten ein immer häufiger auftretendes Wetterphänomen. Die Folgen eines solchen spielte das Szenario einer Rettungsübung „Tornado 2016“ durch, die am Sonnabend im Sierksdorfer Hansapark bei Schmuddelwetter stattfand.

Die Anforderungen an die beteiligten Rettungskräfte und -organisationen waren vielfältig: Sperrung der Straße durch die Polizei, die Erkundung der Situation und der Zufahrtsmöglichkeiten, Brandbekämpfung, Versorgung und Abtransport der Verletzten. An verschiedenen Orten im Hansapark waren diese Aufgaben durch die mehr als 400 Rettungskräfte mit rund 120 Fahrzeugen zu meistern. Über 150 „Mimen“, die teils dramatisch geschminkt waren, stellten die Verletzten und aus misslichen Lagen zu befreienden Personen dar. Und koordiniert werden muss alles auch; das übernahm die Technische Einsatzleitung der Feuerwehr Neustadt.

Eines der größten Hindernisse, um überhaupt an die Einsatzstellen zu kommen, waren die engen Wege im Park – auch ohne die 11  000 Besucher, die für dieses Übungsszenario angenommen wurden. Besondere Herausforderungen stellten die Fahrgeschäfte dar; hier mussten Personen aus teils ziemlich luftigen Höhen befreit werden. Einige „Extra-Schwierigkeiten“ hatte die Übungsleitung eingebaut: Der Zugang zum Hochseilgarten war durch umgestürzte Bäume erschwert; im „Bonanza“-Westerndorf brannte es, jedoch war die Wasserversorgung unzureichend und musste durch Zupumpen von Wasser aus der Ostsee ergänzt werden.

Einige Kilometer entfernt, in der Schön-Klinik in Neustadt, herrschte ebenfalls Ausnahmezustand: Hier wurden die Verletzten eingeliefert. Um eine optimale Nutzung der Kapazitäten zu gewährleisten, wurden die Patienten gleich am Eingang durch ein Fachteam begutachtet und in rot, gelb oder grün „triagiert“. Das entsprach einer Einordnung in leicht-, mittelschwer- oder schwer- bis lebensbedrohlich verletzt. „Normalerweise halten wir am Wochenende für Notfälle einen OP 24 Stunden lang bereit“, erklärt Klinikgeschäftsführer Dr. Matthias Janta, „in diesem Fall arbeiten wir in fünf.“ Jeweils drei Patienten der Kategorie rot, zehn der Kategorie gelb und 20 der Kategorie grün können gleichzeitig versorgt werden. Über allem wachte die Klinik-Einsatzleitung, die in einem eigens dafür eingerichteten Raum die Abläufe koordinierte.

Die Verantwortlichen bezeichneten die Übung, die bereits vor einem Jahr geplant war und wegen des damals ansteigenden Flüchtlingsaufkommens verschoben wurde, als bislang größte ihrer Art in der Region. Der Wehrführer der Sierksdorfer Feuerwehr und Einsatzleiter Matthias Tamm zog ein positives vorläufiges Fazit – die Kommunikation zwischen Einsatzleitung, Rettungskräften und Hansapark-Mitarbeitern sei sehr effektiv gewesen. Eine genauere Auswertung schließt sich an die Übung an.

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