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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 15:23 Uhr

Gesundheitszentrum „auf Messers Schneide“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Egoh-Chef zweifelt an Erfolg / Lärm-Gutachter sieht Machbarkeit im Mischgebiet

Mehr als drei Stunden haben die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung über eine Änderung des Bebauungsplanes im Gewerbegebiet beim „A-K-tiv“ gestern Abend beraten. Es geht darum, aus einem bisherigen Gewerbegebiet mit sportlichen Anlagen ein Mischgebiet zu machen, in dem auch Wohnen möglich ist. Diese Änderung wäre nötig, damit Thomas Hüstreich, Chef des Therapiezentrums A-K-tiv an der Ohmstraße, seine Idee von einem Gesundheitscampus für Fort- und Weiterbildung des neuen Berufsbildes „Vitaltherapeut“ umsetzen kann. Doch das Problem, das einige Mitglieder sahen, war die geplante Wohnbebauung, die er ebenfalls auf seinem noch unbebauten Gelände umsetzen will, um Studenten und Älteren Wohnen zu ermöglichen. Nach einem Vor-Ort-Termin mit Ausschussmitgliedern, Thomas Hüstreich und dem Egoh-Chef Claus-Peter Matthiensen sowie anschließender dreistündiger Diskussion, beschlossen die Mitglieder einstimmig, dass Hüstreich für weitere Schritte einen „Nachweis über eine gesicherte Finanzierung, ein detailliertes Betriebskonzept sowie einen Nachweis ohne die Bildung von Wohneigentum“ liefern soll.

Was kompliziert klingt, hat als Ursache die mehrfach geäußerte Sorge aus Richtung der Entwicklungsgesellschaft (Egoh), dass – sollte Hüstreich pleite gehen – in einem Mischgebiet dann Wohnraum steht, der in seiner Schutzbedürftigkeit höher als schon bestehende Gewerbegebiete gesehen werden und die Betriebe dann das Nachsehen hätten, weil sie wegen des dann zu hohen Lärmes dicht machen müssten. Matthiensen machte seinen Zwiespalt „als Anwalt der ortsansässigen Betriebe“ deutlich, gleichwohl bekundete er, dass er das Vorhaben von Hüstreich nicht torpedieren wolle. Als Gastgeber ließ er sich es jedoch nicht nehmen, den Vertretern des Ausschusses „einen Vorschlag für das weitere Vorgehen“ zu unterbreiten: „Als Voraussetzung sollten Sie ein schlüssiges und detailliertes Betriebskonzept verlangen, ebenso eine sichergestellte Finanzierung – das können und das sollten Sie. Herr Hüstreich betritt mit seinem Vorhaben Neuland und Neuland ist immer auch ein Risiko.“ Ausschussvorsitzender Heiko Godow (CDU) versuchte charmant einzulenken: „Ich möchte sie nicht als Antragsgegner verstehen, das machen wir im Gremium schon noch selbst.“ Aber ein Beigeschmack blieb auch, als die Stadtplanerin der Egoh – eigentlich für einen anderen Tagesordnungspunkt anwesend – in das gleiche Horn der komplizierten Rechtslage blies. Hüstreich, so viel war ihm anzusehen, hatte auf eine andere Entscheidung gehofft: „Der Gesundheitsmarkt ist der einzig wachsende, nicht produzierendes Gewerbe. Ich bin seit 17 Jahren erfolgreich vor Ort, weshalb sollte ich pleite gehen?“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 00:58 Uhr

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