zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 10:54 Uhr

Gesundheitscampus auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Erhält A-K-tiv-Chef Thomas Hüstreich am Donnerstag keine positiven Signale aus Eutin, wird das Projekt wohl in Hannover verwirklicht

„Wir hoffen auf ein Signal“, sagte Thomas Hüstreich (56) im Sommer unserer Zeitung – ein Signal, ob der Unternehmer und A-k-tiv-Chef seine Pläne, die Berufsausbildung von Therapeuten am Standort in Eutin reformieren kann – oder nicht. So ein Signal könnte es am Donnerstag nächster Woche geben, wenn sich die Mitglieder des Stadt-Entwicklungsausschusses für eine Vor-Ort-Besichtigung in der Ohmstraße treffen und anschließend ab 18 Uhr in den Räumen der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) tagen.

Hüstreichs Idee: Als Geschäftsführer der Stadtparkviertel-Entwicklungsgesellschaft plant er überregional ausgerichtete Therapie- und Gesundheitszentren mit angegliederten Aus- und Fortbildungseinrichtungen sowie Wohnmöglichkeiten von Penthouse bis barrierefreier Singlewohnung. In Neumünster soll der Schwerpunkt auf der Ausbildung, in Eutin auf der Fort- und Weiterbildung liegen (wir berichteten). Das Innenministerium sehe seine Pläne wohlwollend, Kooperationsideen mit Syddanmark und der Uni Lübeck gebe es schon.

Das Problem: Die Pläne für einen Campuspark an der Memellandstraße in Neumünster sind vom Tisch. Hüstreich und sein Berater Uwe Döring verkündeten Anfang dieses Monats das Aus für das 30-Millionen-Projekt. Grund ist ein von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in Auftrag gegebenes Preisgutachten, das den Wert des gut 26  000 Quadratmeter großen Geländes mehr als verzehnfacht hat – statt einst angebotenen 150  000 Euro beziffert es das Gutachten mit 1,4 Millionen Euro – zu viel für Hüstreich und den Ex-Europaminister.

Was das Aus in Neumünster für den Standort Eutin bedeute, wollte Hüstreich sich vorerst nicht beantworten. Er sei gebrandmarkt von Neumünster. Die Preisentwicklung von 120 Euro pro Quadratmeter für ein Waldgebiet sei nur entstanden, weil er und sein Berater frühzeitig mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gegangen seien, glaubt Hüstreich. Er wolle nun dem Ausschuss für Stadtentwicklung am Donnerstag, 3. November, nicht vorweg greifen.

Fakt ist, dass aus dem Gewerbegebiet ein Mischgebiet werden müsste, um dort Wohnen zuzulassen. Und auch Egoh-Geschäftsführer Claus-Peter Matthiensen sieht die Pläne trotz erbrachter Lärmschutzgutachten kritisch: „Die Stadt Eutin hat einen Flächennutzungsplan, der die Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung B  76 vorsieht. Ich würde der Stadt Eutin von einer Änderung abraten, wenn dadurch die künftige gewerbliche Entwicklung eingeschränkt wird.“ Laut Hüstreich finde schon jetzt Wohnen im Gewerbegebiet statt und da sein geplantes Projekt am Rand sei – angrenzend an ein FFH-Schutzgebiet – könne die Entwicklung mit Gewerbe in diese Richtung nicht erfolgen. Außerdem seien auf den bisherigen Flächen des gesamten Gebietes mehr vorhandene Firmen eher umgesiedelt, als neue hinzugekommen. „Auf die feste Fehmarn-Belt-Querung braucht man 16 Kilometer weit weg von der Autobahn doch nicht hoffen“, so Hüstreich.

Sollte das erforderliche Signal von den Fraktionen am Donnerstag nicht kommen, so ist wahrscheinlich, dass Hüstreich und Partner ihre Ideen in Hannover verwirklichen. Bereits im Sommer klang durch, dass dies nicht nur ihr „Plan B“ sei, sondern sie dort auch mit weitaus weniger Hürden zu rechnen hätten, beide Standortideen sogar auf einer Fläche verwirklichen könnten.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2016 | 00:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen