zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 21:03 Uhr

Aus dem Gericht : Gericht ließ Milde walten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Geldautomatenknacker“ stand gestern vor Gericht

Anfang des Jahres alarmierte eine ganze Serie von Geldautomaten-Sprengungen die Polizei. Tatorte waren Friedrichstadt, Wesselburen, Erfte, Heikendorf, Hohenwestedt, Kremperheide, Jevenstedt, Wrohm und Schwentinental. Ermittler des Landeskriminalamtes klärten die Taten auf. Der Kern der Bande wartet vor dem Landgericht Flensburg auf das Urteil. Ein Mittäter, ein 23-jähriger „Mitläufer“, verantwortete sich gestern wegen einer Automatensprengung in Schwentinental Mitte Februar vor dem Kieler Landgericht.

Der junge Lette sitzt zwischen seiner Verteidigerin und dem Dolmetscher. Laut Staatsanwalt war er mit drei anderen daran beteiligt, in der Nacht zum 14. Februar einen Geldautomaten mit 32  000 Euro unbemerkt aus dem Vorraum einer Diskothek aus seiner Verankerung zu reißen und ihn mit einer Sackkarre zu einem Auto zu bringen. Gemeinsam fuhren sie in einen Wald bei Preetz, wo die beiden Haupttäter vergeblich versuchten, den Automaten mit Hilfe eines Gasgemisches zu sprengen. Die Drahtzieher der Bande wurden bereits verdeckt von Ermittler des LKA beobachtet. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die Täter in „in alle Richtungen“. Nach Auswertung aller Spuren gelang es den LKA-Beamten, alle Beteiligten der Bande festzunehmen. So kam der angeklagte 23-Jährige vor zwei Monaten in Untersuchungshaft.

In einem umfassenden Geständnis räumte er die Tat ein. Geldschulen habe er gehabt. Ein Viertel der Beute sollte er bekommen. Auf Grund einer „Verständigung“ zwischen Gericht, Staatsanwalt und Verteidigung verurteilte das Landgericht den 23-jährigen Heider zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 10 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Ausschlaggebend war laut Richter sein Geständnis, seine „untergeordnete Rolle bei der Tat“ und seine „ehrlich gezeigte Reue“. „Er ist sicherlich keiner der Hochkriminellen“, begründete Richter Jacobsen sein eher „mildes Urteil“, das er als „Warnschuss“ verstanden wissen wollte.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Nov.2016 | 11:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen