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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

Gemeindewehr übt im Abrisshaus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ab Dienstag werden die 1890 gebauten Mehrfamilienhäuser abgerissen, vorher probten die Wehren Eutin, Neudorf, Fissau und Malente

Großeinsatz gestern Abend 18.27 Uhr in der Elisabethstraße 66 und 68: Zwei Gebäude haben bei Abbrucharbeiten Feuer gefangen, vier Personen werden vermisst. Was die zuerst alarmierten Wehren aus Eutin, Neudorf und Fissau bei Ankunft am Einsatzort nicht wussten: Es ist eine von zwei Gemeindewehrübungen im Jahr.

Einsatzleiter und Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt hatte sich das Szenario ausgedacht, die Malenter Wehr nachalarmiert. „Das sind zwei Häuser, die dem Abbruch geweiht sind, hier können wir uns so richtig austoben und alles üben. Wo sonst – außer im Ernstfall – können wir mal ein Dach öffnen?“ Der Eigentümer Finn Pitzner spielte seine Rolle vor Ort gut: „Schneller, der Mann ist herzkrank“, rief er dem Atemschutztrupp zu, der sich an einer schweren Eisentür im Keller abmühte.

Kurz nach Einsatzbeginn ein Notfall: „Ein Feuerwehrmann ist samt Atemschutzausrüstung durch den Fußboden gebrochen und muss geborgen werden.“ Kreutzfeldt: „Wichtig hierbei war der Lerneffekt, immer mehr Atemschutztrupps parat zu haben. Wenn einer der Feuerwehrmänner verschwunden ist, müssen die Zuständigen plötzlich ihre Prioritäten verändern, das ist logistisch eine Herausforderung.“

Für die Einsatzgröße seien wohl aufgrund der Urlaubszeit mit 67 Einsatzkräften plus zwei Sanitätern zu wenige an der Übung beteiligt gewesen. „Im Ernstfall hätten wir großräumig nachalarmieren können, aber nicht für eine Übung“, so Kreutzfeld. Deshalb dauerte es auch, bis schließlich alle Dummys geborgen waren. „Wir haben uns aufgrund der Zahl der Einsatzkräfte erst auf das eine und dann das andere Gebäude konzentriert“, so Kreutzfeldt.

Was lief gut, was nicht? „Wir müssen an der Kommunikation der Atemschutztrupps von innen nach außen arbeiten und Türen öffnen üben. Die Wasserversorgung hat gut geklappt und die Arbeitsleistung der einzelnen Einsatzkräfte war gut.“ Nach zwei Stunden kam der letzte Einsatz – hinterm Rolltor gab es Würstchen und Brot für alle. Und die Häuser? „Die werden ab Dienstag aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen. Hier entsteht eine Grünanlage“, sagt Pitzner.

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erstellt am 13.Aug.2016 | 00:48 Uhr

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