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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Malente : Gemeinde muss einspringen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Kommune will nun doch für den Abriss des Holzbergturms in die Bresche springen, denn die Kosten sind höher als zuletzt gedacht.

Die Gemeinde Malente muss für den Abriss des maroden Holzbergturms in Neversfelde nun wohl doch tiefer in die Tasche langen als zuletzt gehofft. „Die Angebote zeigen, dass der Verein mit seinen Mitteln nicht hinkommt“, erklärte Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP) am Mittwochabend in der Gemeindevertretung. Deshalb habe sich der Finanzausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, den Sperrvermerk aufzuheben, mit dem 15  000 Euro für den Abriss freigegeben würden. Dem folgte auch die Gemeindevertretung einstimmig.

Ob die Summe allerdings tatsächlich zur Verfügung steht, ist noch nicht sicher. Denn die Kommunalaufsicht hatte die Freigabe unter den Vorbehalt einer Einzelfallgenehmigung gestellt, da der Haushalt der Gemeinde nach wie vor rote Zahlen aufweist. Knop hofft, das der Kreis die Genehmigung nun schnell erteilt. Ziel sei, noch im Dezember mit dem Abriss zu beginnen.

Noch im Oktober hatte sich im Planungsausschuss abgezeichnet, dass die Gemeinde dem Verschönerungsverein Neversfelde als Eigentümer des Turms die Abrisskosten womöglich sogar komplett aufbürden würde. Damals war von finanziellen Reserven des Vereins in Höhe von 20  000 Euro die Rede, denen ein Angebot einer Firma von 15  100 Euro für den Abriss des seit Sommer 2014 gesperrten Turms entgegenstand.

Doch bei der Sitzung des Finanzausschusses, der am Mittwochabend unmittelbar vor der Gemeindevertretung tagte, lagen die Dinge inzwischen anders. Dem Verein lägen zwei Angebote vor, eines über 24000 Euro, das andere über 25800 Euro, erklärte Vereinschef Günter Struck dem OHA. Die Preissteigerung liege hauptsächlich daran, dass nun auch der Abbau der stählernen Treppe darin enthalten sei. Die ursprüngliche Idee, diese auf eigene Faust abzubauen, lasse sich aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht umsetzen.

Der Verein könne höchstens 12  000 Euro für den Abriss aufbringen. „Wir haben deutlich gesagt, dass wir sonst Insolvenz anmelden müssten“, sagte Struck. In der Summe enthalten seien auch die Mittel, die eigentlich für den Bau eines Spielplatzes vorgesehen gewesen seien. Zwar verfüge der Verein noch über weitere Mittel, diese seien aber nötig, um Verbindlichkeiten zu bedienen, etwa Pachtzahlungen für das Turmgrundstück, Anwaltskosten oder Honorare für den Architekten, der die Abrissangebote hereingeholt habe. Außerdem brauche der Verein eine finanzielle Reserve: „Wir können uns nicht handlungsunfähig machen“, erklärte Struck. Er verwies darauf, dass der Verein außerdem bereits rund 7000 Euro für Turm-Gutachten ausgegeben habe.

Für den Verein sei die Situation schwierig: „Wir versuchen die Mitglieder zusammenzuhalten, auch wenn das ein schwerer Gang ist“, sagte Struck. „Wenn wir merken, dass sich die Gemeinde sich mit einbringt“, fällt uns das leichter.

Offen ist weiterhin die Frage, was nach dem Abriss geschieht. Zwar gibt es nach wie vor die Idee eines Turmneubaus – am besten aus Stahl. Doch ob sich die Gemeinde das leisten will und kann, ist eine zweite Frage. Bauamtsleiterin Britta Deubel hatte im Planungsausschuss über ein erstes Angebot in Höhe von 173  000 Euro berichtet.

Sollte es keinen neuen Turm geben, bliebe noch ein Problem mit den rund zwei Meter tief im Boden versenkten Turmfundamenten. „Der Verein muss den Altzustand des Grundstücks wieder herstellen“, sagte Struck. Da der Verein dies nicht leisten könne, drohe ihm dann erneut die Insolvenz. Verpächter des Grundstücks sind die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Unklar sei derzeit auch noch, ob die stählerne Treppe des Holzturms heil aus dem Turm herausgeholt werden könne. Wenn sie gerettet werden kann, soll die Stahltreppe auf dem Bauhof eingelagert werden, um sie später vielleicht für den Bau eines neuen Turms auf dem Holzberg verwenden zu können.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 10:45 Uhr

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