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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Gegen die Besten der Welt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

DLRG-Gliederung Malente hält bei den Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer mit der Weltelite mit

Die intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt: Britta Kügler, Kathrin Ameis, Sonja Jacobsen-Kühl und Melina Kitzel freuten sich bei den Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Eindhoven und Noordwijk in den Niederlanden über sehr gute Platzierungen. Im Einzelwettbewerb 200-Meter-Hindernisschwimmen wurden Kügler und Ameis in ihren Altersklassen jeweils Sechste. Kügler war die beste Deutsche in diesem Wettbewerb, Ameis wurde zweitbeste Deutsche. In der Staffel bewiesen die Malenterinnen Teamgeist und zeigten mit drei Top-10-Platzierungen, dass sie mit der Weltspitze mithalten können.

Kathrin Ameis trat erstmalig bei den Weltmeisterschaften an und war die 200 m Hindernis bisher noch nicht geschwommen. Die Deutsche Katharina Stephan von der DLRG Region Uetersen verbesserte in dieser Disziplin den bisherigen Rekord der Belgierin Nele Vanbuel-Goffin aus dem Jahr 2010 um 0,04 Sekunden und schlug nach 2:21,34 Minuten an. Hinter der Belgierin, einer Französin, einer Australierin und einer Niederländerin erreichte Kathrin Ameis mit einer 2:37,21 den sechsten Platz. „Schade, dass ich aufgrund meiner fehlenden Wettkampfzeiten im langsamen Lauf schwimmen musste“, bedauerte Ameis. Dort war sie mit Abstand Erste geworden. „Wer weiß, ob ich mich im schnellen Feld nicht noch hätte steigern können.“ Dennoch war sie mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden.

Für Melina Kitzel lief es hingegen nicht so gut: sie schlug mit einer 2:53,54 als 17. an und konstatierte achselzuckend, dass die Leistung nicht ihrer eigentlichen Form entspräche.

Für die meisten Malenter war dies die erste Weltmeisterschaft. Nicht so für Britta Kügler; sie hatte schon eine erfolgreiche WM-Teilnahme hinter sich und war bei den Masters 2008 in Berlin Vizelweltmeisterin geworden. Entsprechend hoch waren ihre Hoffnungen in der Altersklasse der 50- bis 54-Jährigen. Doch schneller waren die Schwimmerinnen aus dem angelsächsischen Raum. Siegerin wurde die Irin Norma Cahill mit 2:39,48 Minuten. Kügler wurde beste Deutsche mit einer 3:01,35 und landete hinter Schwimmerinnen aus Großbritannien und den USA auf dem sechsten Platz.

Im hochmodernen und großen „Pieter-van-den-Hoogenband Swimming Stadium in Eindhoven kochte die Stimmung. „Die Atmosphäre in der Halle war einmalig, und es war toll, wie professionell die Teams aufgerufen und vorgestellt wurden!“, begeisterte sich Melina Kitzel, mit 30 Jahren die Jüngste im Malenter Team und WM-Neuling. Bei den Staffeln ging es zunächst über die 4x50 m Hindernis. Diese entschied die deutsche Staffel der DLRG-Region Uetersen mit 2:02,96 für sich. Die Malenter erreichten mit einer 2:26,91 den achten Platz. Die 4x25-Meter-Puppenstaffel lief für die Malenter nicht so gut, hier schlugen sie 35 Sekunden hinter den ersten Teams aus Deutschland und den Niederlanden in 2:07,40 Sekunden an und landeten auf Platz zwölf. Auf einen Wettkampf hatten sich die Malenter besonders gefreut: den Leinenwurf. Dabei steht ein Rettungsschwimmer am Beckenrand und rettet ein Opfer, das sich zwölf Meter vom Beckenrand entfernt befindet, innerhalb einer Zeitvorgabe von 30 Sekunden. Sonja Jacobsen-Kühl hatte die Distanz im Garten vermessen und das Ganze mit einer Leine aus dem Baumarkt geübt. „Es kommt ganz darauf an, dass der erste Wurf sitzt“, sagte Jacobsen-Kühl. Doch am Sonnabend lief es nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Während das Team Ameis/Kitzel den Leinenwurf erfolgreich in 25,88 Sekunden absolvierte und damit Platz zehn erreichte, konnten Jacobsen-Kühl/ Kügler die Disziplin nicht erfolgreich beenden. Die Malenter kauften sich zur besseren Vorbereitung direkt danach eine richtige Rettungsleine, um beim nächsten Wettkampf bessere Chancen zu haben.

Im letzten Staffelwettbewerb ging es um die 4x50-Meter-Rettungsstaffel. Dabei schwimmt die erste Schwimmerin 50 m Freistil ohne Flossen (Kügler in 33,30 Sekunden), die Zweite 50 m Freistil mit Flossen (Jacobsen-Kühl in 29,19), die Dritte schwimmt 50 m mit einem Rettungsgurt (Kitzel) und übergibt den Gurt an die vierte Schwimmerin (Ameis), die mit Flossen weitere 50 m schwimmt, wobei die dritte Schwimmerin sich am Rettungsgurt festhält: 1:08,1 Minuten. Hier wurden die Malenter Neunte von insgesamt 14 Staffeln aus sechs Nationen.

Die Malenterinnen hatten für die WM einmal die Woche trainiert, in den vergangenen drei Monaten verabredeten sich die vier Frauen zusätzlich für Trainingswochenenden in Malente. Dabei wurden die Bereiche Technik, Puppenaufnahme, Hindernisschwimmen und Kondition abgedeckt. Teamsprecherin Britta Kügler zeigte sich hochzufrieden mit dem Ergebnis: „Das zeigt, dass die Malenter DLRG im Rettungssport mit der Weltspitze mithalten kann.“

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erstellt am 09.Sep.2016 | 20:53 Uhr

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