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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Geflügelpest rafft die Vögel dahin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gefährliches H5N8-Virus bei Vögeln in Plön nachgewiesen – Sperrbezirke werden errichtet, Stallpflicht für Freilandgeflügel wird erlassen

Montag wurden im Kreis Plön rund 150 tote Seevögel gemeldet, gestern waren es bereits deutlich mehr als 200, die von Mitarbeitern des Plöner Bauhofs gesammelt und in Labore gebracht wurden. Inzwischen hat das nationale Referenzzentrum am Friedrich-Löffler-Insitut bestätigt: die Vögel sind am gefährlichen H5N8-Virus verendet.

„Die Tiere waren nicht geschwächt durch Vorerkrankungen und gut genährt“, versicherte gestern Tierseuchexpertin Gabriela Wallner
vom Kieler Umweltministerium. Vielmehr seien die Wasservögel aus heiterem Himmel erkrankt. Nicht nur die hohe Anzahl der Reiherenten, Höckerschwäne, Silber- und Mantelmöwen und Blässhühner, die sich in sehr kurzer Zeit infiziert haben, sondern auch deren Allgemeinzustand unterscheide die aktuell Krisensituation deutlich von den Ereignissen in den Jahren 2014 und 2006 im Norden.

Entsprechend ernst gab sich Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gestern: „Das akute Krankheitsgeschehen bei den Wildvögeln ist in dieser massiven Ausprägung besorgniserregend. Der Befund ist Anlass für extrem hohe Wachsamkeit.“ Jetzt müsse der Schutz der Geflügelbestände im Land vor einem möglichen Eintrag des Virus in enger Abstimmung mit den Kreisveterinärbehörden verstärkt werden.“

Die genaue Ursache für das Sterben ist bislang unbekannt. Da sich bislang ausschließlich Wasservögel infiziert haben, spricht nach Ansicht von Experten vieles dafür, dass Zugvögel das Virus nach Schleswig-Holstein brachten. „Sie kommen aus den Brutgebieten in Russland über die baltischen Staaten und Polen nach Westeuropa und auch nach Schleswig-Holstein“, so Nabu-Chef Ludwichowski aus Neumünster.

Es handelt es sich um eine Geflügel stark krankmachende Variante, die deswegen auch Geflügelpest genannt wird. Ein hochpathogenes Influenzavirus H5N8 wurde nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Dort seinen mehrere Millionen Vögel sicherheitshalber getötet worden. Das Virus tauchte auch in China und Japan auf.

Seit November 2014 wurden solche H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. 2014 erreichte das Virus Amerika, dort wurden Geflügelbestände mit 50 Millionen Tieren gekeult. Als Vorsichtsmaßnahme ordnete Habeck eine Stallpflicht für Geflügel wie Hühner, Puten oder Gänse in ganz Schleswig-Holstein an.



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erstellt am 08.Nov.2016 | 11:19 Uhr

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