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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 13:30 Uhr

Eutin : Fußballspiel für den Frieden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Florian Stahl spielte mit der Bundeswehr-Nationalmannschaft in England zum Gedenken an die Opfer der Schlacht von Somme

Als sportliche Botschafter präsentierten sich am vergangenen Mittwoch die Fußballer der Deutschen Bundeswehr-Nationalmannschaft, darunter Florian Stahl (Eutin 08) und Patrick Piesker (Strand 08). Sie trafen in Burton, einer Stadt mit rund 72  000 Einwohnern, im „Albion’s Pirelli Stadium“ vor über 1100 Zuschauern auf das Team der British Army und gewannen mit 2:1(1:1) Toren. Ehrengast der Veranstaltung war der heute 79-jährige Sir Bobby Charlton, Fußball-Weltmeister und Europas Fußballer des Jahres von 1966, der von 1958 bis 1970 insgesamt 106 Länderspiele absolvierte, in denen er 49 Tore erzielte. Das Spiel fand zum Gedenken an die Schlacht an der Somme statt, in der im Ersten Weltkrieg 1916 über eine Million Menschen ihr Leben verloren haben.

In England wirkten die Feierlichkeiten zum „Remembrance Day“ nach, bei denen die Menschen der Kriegsopfer gedachten. In London legten Queen Elisabeth II. und Premierministerin Theresa May Kränze nieder, im ganzen Land prägten Mohnblüten, so genannte „Poppies“ das Bild, die die Hoffnung symbolisieren sollen, denn auf den Schlachtfeldern blühte schon bald wieder der Mohn. Die Gäste aus Deutschland besuchten einen Soldatenfriedhof, der von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegt wird, und legten dort einen Kranz nieder. „Der Besuch hat mich sehr beeindruckt“, sagte Florian Stahl.

Die deutsche Delegation wurde von einem Drei-Sterne-General geleitet. Die Mannschaft flog mit einer Militärmaschine von Köln nach Birmingham, von dort aus ging es mit dem Bus weiter nach Burton in der Grafschaft East Staffordshire. Zur Einstimmung auf ihr eigenes Match verfolgten beide Mannschaften das Spiel der Frauen-Militärteams aus England und Deutschland, das die Gastgeberinnen mit 3:1 Toren gewannen. „Das Spiel fand im Leistungszentrum des englischen Fußballverbandes statt, in dem sich zuletzt die Nationalmannschaft auf das Länderspiel gegen Spanien vorbereitet hat“, berichtet Florian Stahl, der von der Anlage schwärmt, die unter anderem ein großes Fußballfeld in einer Sporthalle einschließt.

Auf dem gepflegten Rasen des Stadions in Burton entwickelte sich ein spannendes Spiel. „Wir hatten sicher spielerische Vorteile, die Engländer haben aber mit läuferischem und kämpferischem Einsatz dagegen gehalten“, blickt Florain Stahl auf das Match zurück, das der Franzose Francois Letexier geleitet hat. Die deutsche Mannschaft erwischte den besseren Start und ging durch Holger Wulff in der 13. Minute in Führung, die Engländer drückten mit Macht auf den Ausgleich, kamen durch Ryan Paddock nach knapp einer halben Stunde zum Ausgleich, der einen Fehler des deutschen Torhüters Andreas Förster nutzte, der eine Freistoßflanke verfehlt hatte.

In der zweiten Halbzeit wogte das Geschehen hin und her, Paul Graf brachte die deutsche Mannschaft nach 68 Spielminuten mit 2:1 in Führung. Die Engländer setzten alles daran, den Ausgleich zu erzielen, scheiterten aber immer wieder an Förster, der einige Mal mit Glanzparaden den Ausgleichstreffer verhinderte.

„Wir haben unser Profil geändert, nachdem die Wehrpflicht abgeschafft worden ist“, stellt Florian Stahl fest. Gab es früher Erst-, Zweit- und Drittligaprofis in der Bundeswehr-Nationalmannschaft, so sind die aktuellen Nationalspieler Amateure, die sportlich zwischen Verbands- und Regionalliga anzusiedeln sind. „Wir kommen heute eher über die Kameradschaft zum Erfolg“. sagt Florian Stahl.

Die Deutschen haben sich für die „2. CISM World Football Trophy“ 2017 in Oman qualifiziert. „Da haben wir eine schwere Gruppe erwischt, treffen im Januar auf Algerien, Brasilien und den Irak“ blickt Florian Stahl voraus. Davor stehen noch zwei Testspiele auf dem Programm. Nach dem Match in Burton gab es für alle Spieler Medaillen, die die Sportler daran erinnern, dass sie ein Zeichen für den Frieden gesetzt haben.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 21:43 Uhr

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