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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Eutiner Festspiele : Für „Carmen“ reißt der Himmel auf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Das ist das schlimmste Wetter der vergangenen vier Jahre“, sagt Opernsängerin Milana Butaeva. Sonnabend war ihr letzter Auftritt als "Carmen" in diesem Jahr. .

Es wird bis zur letzten Minute an der Perfektion gearbeitet. Während es draußen schüttet, bittet Chefdirigent Leo Siberski Milana Butaeva, Theodore Browne, Manos Kia, Julia Bachmann und Stefanie Christiano zu einer kurzen Probe. Danach ein letzter Besuch in der Maske – aus Milana Butaeva wird Carmen. „Das ist nicht wahr“, ruft sie plötzlich empört beim Blick aus dem Fenster, es regnet noch immer in Strömen. „Das ist das schlimmste Wetter der vergangenen vier Jahre“, sagt die Opernsängerin. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, kurz vor Aufführungsbeginn reißt der Himmel auf und die Sonne scheint, als sie die Bühne betritt.

„Ich gehe da mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinaus“, sagt Butaeva. „Zum einen freue ich mich, nochmal zu zeigen, was wir können. Zum anderen bin ich traurig, und das geht uns allen so, dass dies schon das Ende ist, wo wir doch hier alle wie eine große Familie zusammengewachsen sind.“

Nach der letzten Aufführung war am Abend ein Abschlussfest für alle Künstler geplant. Für das Team um Arend Knoop hieß es „Abbau“. Die Bühnenbilder werden eingemottet, das des „Freischütz“ in jedem aufbewahrt. Aber ob es gleich im nächsten Jahr nochmal auf die Bühne kommt, wegen des Erfolgs in diesem Jahr, vermochte Festspiel-Chefin Sabine Kuhnert am Sonnabend noch nicht zu sagen. „Wir müssen uns jetzt erst einmal alle Zahlen genau anschauen und die daraus folgenden Schritte für die nächste Saison gut überlegen“, sagte sie. Eine detaillierte Meldung über die Besucherzahlen der Saison kündigte sie für Mitte der Woche an. Doch schon jetzt ist abzusehen, dass das Ziel von 24  700 Karten nicht erreicht wird. Als Hauptgrund nannte sie den Regen, der zur letzten Vogelhändleraufführung sogar so stark war, dass diese kurzfristig abgesagt werden musste. „Wir hatten aber ein gutes Krisenmanagement, konnten fast alle Kartenbesitzer erreichen. Für den kleinen Rest haben wir kurzfristig in der Alten Straßenmeister ein Candle-Light-Dinner organisiert“, so Kuhnert.

Und bei noch einer Sache ist sich Kuhnert schon ohne genaue Zahlen sicher: „21 Aufführungen mit drei Bühnenbildern im Wechsel geht für das Team um Arend Knoop kein zweites Jahr. Das war eine wahnsinnig große Belastung für sie aber auch eine große Leistung, das alles so zu meistern.“

Der Spielplan für die neue Saison muss bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Intendantin Dominique Caron zeigte sich am letzten Abend der Saison sehr zufrieden mit der Leistung der Künstler und dem Erfolg der beiden Opern „Carmen“ und Freischütz“. Auf die Frage, ob letzterer so gut war, dass er im nächsten Jahr wiederholt werden müsse, gab sie zu bedenken: „Neuproduktionen sind in der Regel immer erfolgreicher als Wiederaufnahmen.“

Die Wiederaufnahme des Vogelhändlers im LGS-Jahr zumindest war ein Flop.

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erstellt am 15.Aug.2016 | 00:42 Uhr

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