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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 15:49 Uhr

Frank Salomon ist stolz und fast sprachlos

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Strand 08 spielt vor 3360 Zuschauern 2:2(1:1) gegen den Bundesligisten Hamburger SV / Alen Halilovic und Lewis Holtby standen in der Startformation

Direkt nach dem Schlusspfiff des Testspiels gegen den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV fehlten Frank Salomon, Trainer des Schleswig-Holstein-Ligisten Strand 08, fast die Worte: „Ich kann kaum sprechen, ich bin total aus dem Häuschen und das passiert mir selten.“ Seine Timmendorfer hatten dem Bundesliga-Dino über 90 Minuten einen großen Kampf geboten und sich mit einem verdienten 2:2(1:1)-Unentschieden belohnt. Auch Trainer-Kollege Daniel Safadi war unheimlich stolz: „Das war ein tolles Spiel. Die Vorbereitung war mit sehr viel Arbeit verbunden aber die hat sich gelohnt.“

Strand 08 hatte ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine gestellt und die Strand-Arena mit Zusatztribünen für das Spiel ausgestattet. Die Timmendorfer Spieler waren bereits eine Viertelstunde vor dem HSV auf dem Platz. Bei den Hamburgern fehlten aufgrund der Länderspiele zwar die Nationalspieler wie Johan Djourou, Filip Kostic oder Gotoku Sakai, trotzdem standen im Kader von Trainer Bruno Labbadia fast ausschließlich gestandene Bundesliga-Profis, die sich für einen Stammplatz empfehlen wollten. Neuzugang Alen Halilovic hat auf eine Nominierung bei der U21 verzichtet und spielte ebenso wie Lewis Holtby, der nach längerer Verletzungspause zurückkehrte, von Beginn an.

Immer wieder verdienten sich die Timmendorfer Szenenapplaus von den 3360 Zuschauern. In der 17. Minute ging jedoch der Bundesligist in Führung. Luca Waldschmidt legte den Ball auf Holtby vor, der zum 1:0 traf. Strand 08 hielt an seiner offensiven Ausrichtung fest, der HSV kam Mitte der ersten Halbzeit zu Möglichkeiten durch Halilovic (24., 34.) und Cléber (33.). Die Timmendorfer hatten ihre erste Chance durch Marco Pajonk, sein Schuss ging knapp am Tor vorbei (41.). Nachdem Pierre-Michel Lasogga (43.) und Holtby (44.) zwei weitere gute Chancen für die Gäste vergeben hatten, gelang Strand 08 der Ausgleich. Nach einer Ecke passte Eric Owusu den Ball auf Pajonk, der aus kurzer Distanz das 1:1 erzielte (45.).

Während Salomon und Safadi nach dem Seitenwechsel gleich fünf neue Spieler brachten, nahm Labbadia lediglich einen Wechsel vor und beorderte Halilovic vom rechten Flügel in die Zentrale. Waldschmidt hatte direkt nach Wiederanpfiff eine gute Möglichkeit für die Hamburger (46.) auf der Gegenseite scheiterte Patrick Piesker an HSV-Torhüter Andreas Hirzel (48.). Nach Vorarbeit von Lasogga ging der HSV durch Waldschmidt mit 2:1 in Führung (62.). Im Gegenzug parierte Hirzel einen Schuss von Arnold Suew. Es folgte ein Eckball, bei dem Dustin Thiel zur Stelle war und mit dem Kopf zum 2:2 traf (64.).

Die Hamburger hatten durch Holtby (69.) und den eingewechselten Nicolai Müller (75.) zwei weitere gute Möglichkeiten, in der Schlussphase war Strand 08 dem Siegtreffer aber näher. Suew zwang Hirzel zu einer Glanzparade (86.) und Tomislav Blazeski scheiterte aus 20 Metern am HSV-Schlussmann (90.). Während die Hamburger das Spielfeld nach dem Schlusspfiff schnell verließen, feierte Strand 08 das Unentschieden ausgelassen. „Wir hatten ein wenig Glück, dass der HSV in der ersten Halbzeit nicht erhöhen konnte, haben aber weiter gekämpft und sind jetzt einfach happy“, sagte der Timmendorfer Kapitän Sascha Woelki.

Karsten Potuzak, ehemaliger Trainer des TSV Sarau und leidenschaftlicher HSV-Fan, war vom Bundesligisten enttäuscht: „Er war nicht zu erkennen, was sie da überhaupt spielen wollten.“ Frank Salomon fand am Ende noch die passenden Worte: „Es ist unbeschreiblich. Die gesamte Organisation war toll, vielen Dank an alle Beteiligten. Wir haben uns sportlich belohnt, die Mannschaft hat grandios gekämpft und sich den Erfolg verdient.“

Im Anschluss an das Spiel gab HSV-Kultsänger Lotto King Karl ein Konzert. Spätestens als er „Wer wird Deutscher Meister“ anstimmte, war auch der größte HSV-Fan versöhnt, so dass am Ende, mit Ausnahme der HSV-Spieler, alle zufrieden nach Hause gegangen sein dürften.

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erstellt am 01.Sep.2016 | 21:42 Uhr

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