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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Gemeinde Süsel : Folge rapiden Verfalles: 50 km/h

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Am Fuß des Kuhlbuscher Berges zwischen Röbel und Middelburg hat sich die Fahrbahn gesenkt und es sind Risse aufgetreten.

Eine Begrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde ist auf Bundesstraßen eher selten. Seit Ende vergangener Woche gibt es ein solches Tempolimit auf der Strecke zwischen den Abfahrten Middelburg und Röbel: In der Senke zwischen Kuhlbuscher Berg und Röbel wurde die zulässige Geschwindigkeit auf 50 festgelegt, während dieser Teil der B 76 ohnehin schon mit 70-km/h-Schildern ausgestattet wurde.

Als Grund nennt Jens Sommerburg, Leiter der zuständigen Landesbetriebe, akute Schäden, die in der Senke aufgetreten seien: „Da haben sich Risse aufgetan.“ Eine Ursachenerforschung sei noch nicht erfolgt, aber aus Sicherheitsgründen die zulässige Geschwindigkeit reduziert worden.

Auf eine schnelle Änderung dieser Situation braucht niemand zu hoffen: Sommerburg schätzt, dass mindestens ein Jahr vergeht, bevor der gesamte Abschnitt der B    76 zwischen Röbel und Middelburg saniert wird. Wenn der Bund für das kommende Jahr das Geld bewillige, werde in der zweiten Jahreshälfte mit den Arbeiten auf dem knapp drei Kilometer langen Abschnitt begonnen.

Mit einem rapide zunehmende Verfall dieser Straße, auf der täglich um die 15  000 Fahrzeuge unterwegs sind, rächt sich das Warten auf die Verwirklichung eines grundsätzlich guten Planes: Den Bau eines neuen Radweges. Der soll einen direkt an der vielbefahrenen Straße verlaufenden Fuß- und Radweg ersetzen.

„Wir haben uns mit Flickarbeiten beholfen und darauf gewartet, dass die Radwegpläne fertig werden, damit wir dann Sanierung und Radweg in einem Stück vornehmen können,“ berichtete Sommerburg. Doch angesichts des schlechten Zustandes der Straße könne man jetzt nicht mehr warten und werde die Sanierung vornehmen – auch wenn die Radwegplaner noch nicht so weit seien.

Denn das Projekt Radweg war aus Kapazitätsgründen den Kollegen in der Niederlassung Rendsburg überlassen worden – und die sind noch lange nicht soweit, dass sie einen Baustart in naher Zukunft ankündigen könnten. Matthias Forster, Leiter des Bereiches Straßenbau in Rendsburg, spricht von Komplikationen bei der Radwegplanung.

Der neue Radweg solle auf der Nordostseite der Bundesstraße mit ausreichend Distanz zur Straße gebaut werden. Ein auf 14 Flächen betroffener Eigentümer habe allerdings nicht gestattet, dass sein Land für eine Untersuchung des Baugrundes bereten werde. Das Verfahren, die Genehmigung zum Betreten zu erhalren, habe einige Zeit in Anspruch genommen.

Die Untersuchungen seien mittlerweile abgeschlossen, ein darauf fußendes Baugrundgutachten sei in Arbeit. Er, Forster, gehe davon aus, dass bis zum Ende dieses Jahres ein Planentwurf für den Bau eines Radweges vorliege, der dann mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt werden müsse. Vielleicht könne man ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren vermeiden: „Wir wollen keines, wenn es ohne geht.“

Doch selbst wenn der Plan schnell genehmigt werde, stehe noch der notwendige Erwerb der Grundstücke bevor. Wann könnte der Radweg frühestens gebaut werden? Forster: „Vor 2019 wird das nichts.“

Noch vor der Sanierung der B 76 in der anvisierten zweiten Hälfte im kommenden Jahr wird eine andere Verkehrsader im Eutiner Umfeld saniert: Die Kreisstraße 55, die über Groß Meinsdorf, Gothendorf und Barkau nach Untersteenrade führt, soll nach Darstellung von Jens Sommerburg in der ersten Hälfte des Jahres erneuert werden. Wenn das fertig sei, werde man die Bundesstraße 76 zwischen Röbel und Middelburg anpacken.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 11:51 Uhr

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