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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 23:11 Uhr

Flüchtlingslotsen frischen ihr Wissen auf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lebenshilfe Ostholstein bietet Flüchtlingshelfern zweitägige Schulung an

„Bei den Ämtern bekommt man ganz oft verschiedene Antworten auf eine Frage“, beklagt Carmen Walter. „Manchmal widersprechen sich sogar die Mitarbeiter innerhalb einer einzigen Behörde.“ Die ehrenamtliche Flüchtlingslotsin verlässt sich darum bei aufkommenden Fragen zur Flüchtlingsbetreuung nicht mehr auf die Aussagen von Verwaltungsmitarbeitern, sondern hilft sich selbst mit einer Schulung durch die Lebenshilfe Ostholstein.

Gemeinsam mit der Stadt Eutin und „Die Ostholsteiner“ bietet der Verein aktuell 19 Ehrenamtlern eine zweitägige Schulung im Bereich der Flüchtlingshilfe an. Karen Schmidt von der Lebenshilfe Bad Schwartau ist die Referentin: „Es ist uns wichtig, die Rolle der Lotsen zu stärken, ihnen zu zeigen: Was sind ihre Aufgaben und wo liegen ihre Grenzen“. Finanziert von der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ ist die Qualifizierung für alle Teilnehmer kostenlos.

Auch Sophia Schutte wollte sich als hauptamtliche Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Eutin einen Einblick in die Schulung verschaffen: „Wir sind ganz glücklich und dankbar, daran teilnehmen zu können.“ Das Themenfeld der Flüchtlingshilfe sei so schnell gewachsen und inzwischen derart komplex, dass Ehrenamtler zunehmend überfordert seien, verdeutlichte Schutte. „Und wir dürfen die Ehrenamtler nicht verlieren, sie begleiten die Flüchtlinge im Alltag“, betonte die Flüchtlingskoordinatorin. „Sie sind es, die wahrhaftige Integration betreiben.“ Die Themenbereiche des Kurses sind etwa kulturelle Hintergründe oder die Netzwerke vor Ort.

Die Räumlichkeiten stellte das gemeinnützige Unternehmen „Die Ostholsteiner“ zur Verfügung – Für Geschäftsführer Reinhard Sohns eine Selbstverständlichkeit: „Das Thema Flüchtlinge beschäftigt die Gesellschaft und natürlich sind auch Menschen mit Behinderung unter den Flüchtlingen.“ Das Thema passe originär zum Unternehmen „Die Ostholsteiner“, führte Sohns aus, denn: „Wenn heute Menschen mit Migrationshintergrund ausgegrenzt werden, sind es morgen vielleicht schon Menschen mit Behinderung.“ Sohns betonte, dass auch Menschen mit Behinderung zukünftig ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig werden könnten, etwa mit Stadtführungen oder Fahrradtouren. Zudem könnten sie dazu beitragen, die hiesige Kultur begreifbar zu machen, immerhin hätten behinderte Menschen nicht überall denselben Stellenwert. „In manchen Ländern versteckt man sein behindertes Kind. Wir könnten zeigen, dass es bei uns anders ist“, sagte Sohns.

„Hand in Hand für Norddeutschland“ finanziert das Schulungsprojekt noch bis Ende des Jahres. Wer Interesse an einer Schulung hat, sollte sich bei Sophia Schutte melden. „Ich sammle die Anfragen und wir sehen, ob wir noch einen Kurs zusammenbekommen“, so Schutte.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 11:16 Uhr

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