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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 07:00 Uhr

Festspiele: Die Helden im Hintergrund

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Besuch beim Umbau der Bühnenbilder wirkt bei dem eingeübten Team wie ein kräftezehrendes Kinderspiel . Die Männer kennen jedes Teil, denn sie haben es gebaut.

Ihre Tage sind lang während der Festspiel-Saison, ihre Arbeit körperlich anstrengend und ihr Arbeitsplatz unter freiem Himmel – das ist nur schön, wenn das Wetter schön ist. Thomas Andersen, Tadek Pawelczak, Oliver Bendt und Ole Kwiatkowski sind die Helden im Hintergrund, die Menschen, die dafür sorgen, dass binnen eines Wochenendes bis zu drei Bühnenbilder auf- und wiederabgebaut werden – so wie an diesem.

Die Gäste der Carmen-Premierenfeier liegen vermutlich noch in ihren Betten, als sich das Team des Technischen Direktors Arend Knoop kurz vor acht Uhr am Festspielhügel trifft und das Bühnenbild von „Carmen“ auf „Freischütz“ umbaut. Gerade einmal die Vögel singen jetzt ihr Lied. Doch für die richtige Motivation stellt Ole Kwiatkowski das Baustellenradio mit Rockmusik neben die Kaffeetassen auf die Treppe. „Jetzt geht es los, das Geschleppe und Geschraube“, sagt Tadek Pawelczak. Die Hände der Männer haben Schwielen. Seit etwa sieben Jahren arbeiten sie in Knoops-Team, Oliver Bendt ist neu dabei – „wir brauchen kräftige, junge Männer“, habe es geheißen. Dem 41-Jährigen macht es Spaß. Gemeinsam mit Ole Kwiatkowski baut er nicht nur, sondern hat auch Statistenrollen in den Stücken. Bendt ist der Soldat, der das Tor nach der Pause bewacht in „Carmen“ und sie schleppen den toten Samiel im „Freischütz“ von der Bühne – ein kurzer Moment im Rampenlicht. Es sei nichts Besonderes, sagen sie – ihre Gesichter lassen aber die Freude erkennen. Kwiatkowski ist außerdem der Mann fürs Feuer in den Vorstellungen.

Sie schrauben und beschriften, schleppen auf den Hänger oder verstauen „kleine Teile“ der Bühnenbilder im Zelt, denn der Lagerplatz ist während der LGS sehr begrenzt. Keine zwei Stunden später ist nur noch das Grundgerüst da. Bis 16 Uhr müssen sie fertig sein, das schaffen sie. Ganze 15 mal müssen sie in dieser Saison umbauen, doch sie kennen alle Teile, jeder Handgriff sitzt. Ab und zu werden Carmen-Melodien gepfiffen.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 17:00 Uhr

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