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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Feinplanung läuft auf Hochtouren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Behnk zur Sanierung Peterstraße: „Es nicht richtig zu machen, wäre fahrlässig“ / Stadtwerke wollen 120 Anschlüsse erneuern

„Die Betontragschicht muss komplett erneuert werden.“ Diese Botschaft wurde im gemeinsamen Gespräch mit Bürgermeister Carsten Behnk, Bauamtsleiter Bernd Rubelt und Stadtwerke-Chef Marc Mißling sowie dem Technischen Leiter Christian Kulessa schnell deutlich. Und: Die Stadtwerke müssen und wollen in diesem Schritt 70 Regen- und Schmutzwasser- sowie 50 Gasanschlüsse erneuern. Nur die tiefen Kanalarbeiten an der Regenwasserhauptleitung können durch die neu geplante Vorflut, die dann ab 2018/19 das Regen- und Schmutzwasser durch die Albert-Mahlstedt-Straße leiten soll, ausgespart werden, so Mißling (wir berichteten).

Mißlings Aussage aus einem vorangegangenen Bauausschuss ließ bei der Kaufmannschaft in Eutin die Hoffnung aufkeimen, es müsse gar kein „großer Eingriff“ sein, sondern die Sanierung in der Peterstraße käme auch mit leichten Verschönerungen aus. Doch der Anschein trüge, machten die Anwesenden gestern deutlich.

„Wir haben bei den Suchschlitzbohrungen eine sehr unterschiedliche Qualität gefunden“, so Rubelt, „von bröselig wie eine Kelle Sand bis hin zu fest und tragfähig“. Als Bauherr sei man aber bei dieser Stadtsanierung dafür verantwortlich, dass das, was entsteht, tragfähig ist. Die gute Nachricht: Aufgrund der nicht notwendigen Kanalarbeiten spare das insgesamt etwa vier Monate Bauzeit, so Rubelt. Dennoch werden nicht alle geplanten Baumaßnahmen in der Peterstraße von der Lübecker- bis zur Albert-Mahlstedt-Straße in einer Saison (Mai bis zwei Wochen vor der Adventszeit) fertig werden können. Damit werde für Sommer 2018 gerechnet.

Die Sorgen der Geschäftsleute nehme die Stadt ernst, so Behnk: „Aber Angst ist eine Phase, durch die man geht und der müssen wir begegnen mit Information und Aufklärung.“ Es dürfe nicht nur kurzfristig gedacht werden wie: Es werde laut, staubig und Einschnitte in den Geldbeutel geben. „Jede Sanierung bedeutet auch eine Aufwertung. Öffentliche Investitionen in die Infrastruktur ziehen private nach sich und ich bin überzeugt davon, dass es dann zum Payback kommt“, so Behnk. Andersherum wolle er sich nicht ausmalen, was passiere, wenn die Innenstadtsanierung nun nicht fortgesetzt werde. Behnk: „Dann kommt in zehn Jahren der Ruf, wenn die Leitungen gemacht werden müssen, warum habt ihr das damals nicht mitgemacht, als es noch hoch gefördert wurde. Durch die Phase müssen wir jetzt durch.“ Es dieses Mal nicht gleich von Grund auf richtig zu machen, wäre fahrlässig, so Behnk mit Blick auf eine Stadtsanierung vor gut 30 Jahren, die wegen fehlender Mittel nicht fortgeführt wurde. An den Fördermitteln scheitere es diesmal nicht, es wäre eher „nahezu undenkbar“, alles zurückrechnen zu müssen, wenn ein Bürgerbegehren einen Stopp der Sanierung auslösen würde. „Wir sind derzeit ein Vorzeigebeispiel, wie Stadtsanierung erfolgreich umgesetzt werden kann und dürfen uns nicht zu schnell von solchen Bestrebungen ins Bockshorn jagen lassen, da erwarte ich auch von der Politik Stehvermögen“, sagte Behnk. Damit würden auch Förderungen, die Eutin „nebenbei“ etwa für Kultur oder andere Projekte zu Gute kommen, gefährdet. Gut 40 Prozent der Stadtsanierung insgesamt, ausgehend vom Investitionsvolumen, seien insgesamt schon umgesetzt.

Derzeit müsse noch viel Feinplanung geleistet werden, so Rubelt. Weiterhin offen bleibt, ob in der Albert-Mahlstedt-Straße oder von der Lübecker Straße aus begonnen werde. Rubelt: „Wir bauen im nächsten Jahr auch am ZOB und müssen da sehr genau auf mögliche Sperrungen achten, bei der wir dann den Verkehr durch die Albert-Mahlstedt-Straße leiten wollen.“ Die Peterstraße werde aller Voraussicht nach in vier Abschnitte geteilt werden, genaueres soll bis zum Infotermin am 26. Januar im Bauamt feststehen.

„Wir lassen niemanden im Regen stehen und wollen das gemeinsam machen“, betonte Stadtmarketing-Frau Kerstin Stein-Schmidt. Gute Erfahrungen im Baustellenmarketing habe Eutin schließlich mit der Landesgartenschau sammeln können, ein Baustellenmanager der Kaufleute sorge für den direkten Draht.

Wie teuer die Sanierung für die Anlieger werde, könne erst am Ende gesagt werden. „Wenn die Stadtsanierung abgeschlossen ist, wird es eine Wertermittlung geben, in wie weit die Grundstücke eine Aufwertung erfahren haben und danach wird ein Ausgleich getroffen“, sagte Behnk. In der Regel sei das aber deutlich billiger als bei normalen Ausbauarbeiten, bei denen der Anliegeranteil bei 90 Prozent liege.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 00:18 Uhr

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