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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Fehmarnbelt-Tunnel: Informationstage auf der LGS

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zehn Minuten mit dem Auto, sieben Minuten mit dem Zug: Das versprechen die Initiatoren des Projekts Fehmarnbelt-Tunnel. Für Michael Eggert aus Kiel kann der Bau der Verbindung zwischen Puttgarden und dem dänischen Rödby gar nicht schnell genug beginnen: „Von mir aus kann’s losgehen. Meine Schwägerin lebt in Kopenhagen.“ Immerhin verspricht die dänische Projektgesellschaft Femern A/S durch den Tunnel eine Ersparnis von insgesamt 160 Kilometern. An den Info-Ständen der Deutschen Bahn (DB) und des Unternehmens Femern A/S erkundigte sich der 63-Jährige gestern auf der Landesgartenschau (LGS) über das Projekt Feste Fehmarnbeltquerung (FBQ). Die Informationsveranstaltung findet bis Sonntag auf der Aktionsfläche der LGS täglich von 10 bis 18 Uhr statt.

Auch Tarik Shah, Vertreter von Femern A/S, steht Interessierten hier Rede und Antwort. „Es ist uns ein Anliegen, die Menschen über den Tunnel zu informieren. Wir sprechen mit Befürwortern ebenso gern wie mit Kritikern.“ Insbesondere Familien seien willkommen, erklärte Shah, aus diesem Grunde sei das Programm mit Kinderschminken, ICE-Basteln, dem Fehmarnbelt-Tunnel als Hüpfburg und weiteren Aktionen bewusst kinderfreundlich gestaltet.

Der geplante Bau des Fehmarnbelt-Tunnels befindet sich aktuell im Planfeststellungsverfahren, ein Beschluss wird Ende 2017 erwartet. „Dann gehen wir davon aus“, so Shah, „dass die Bauphase etwa 2018 beginnt und 2026 beendet sein wird.“ Sollte es jedoch zu Klagen gegen den Beschluss des Planfeststellungsverfahrens kommen, verzögere sich der Prozess um – so schätzt Shah – weitere zwei Jahre. Auf dänischer Seite stehe der Bau längst in den Startlöchern. „Die Dänen sind davon überzeugt, dass der Fehmarnbelt-Tunnel einen ähnlich positiven Effekt haben wird wie die Öresundverbindung.“ Diese 16 Kilometer lange Tunnel-Brücken-Kombination verbindet Kopenhagen mit dem schwedischen Malmö und dient als Vorbild für die FBQ. „Zig tausende Pendler fahren täglich über den Öresund nach Kopenhagen zur Arbeit.“ Der Bau einer festen Fehmarnbeltquerung – davon ist Tarik Shah überzeugt – schaffe neue Regionen mit Vorzügen für die Wirtschaft und den Tourismus auf dänischer wie deutscher Seite.

Das Gesamtprojekt FBQ sieht auch die Modernisierung der Schienen-Infrastruktur zwischen Lübeck und dem Fehmarnbelt-Tunnel durch die Deutsche Bahn bis 2024 vor. Mit dem Neubau einer zweigleisigen, elektrifizierten Trasse und dem streckenweisen Rückbau des alten Schienennetzes sollen bisher betroffene Orte wie Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Sierksdorf künftig umfahren werden. „Seit der Öffnung der Jütlandroute 1998 hatte Ostholstein nur den Regional- und ICE-Verkehr“, erklärt Maja Weihgold, Sprecherin des DB-Projekts. Mit der neuen Schienenanbindung kehre der Güterverkehr zurück. „Die Leute haben Sorgen, weil sie nur den alten Güterverkehr kennen. Aber jetzt ist das etwas ganz anderes.“ Heutige Lärmschutzvorgaben, erklärt Janine Korczak, erforderten eine Kombination aus infrastrukturellen Maßnahmen, wie Schallschutzwänden, und weiteren Maßnahmen an den Fahrzeugen. So würden etwa die bisherigen Graugusssohlen zum Abbremsen des Zuges durch leisere Verbundstoffsohlen ersetzt. „Bis 2020 soll der Lärm halbiert werden, dafür zahlt der Bund jährlich 150 Millionen Euro“, so die Referentin für Lärm-Management der Deutschen Bahn. „Aber bei Fragen stehen wir hier sehr gern zur Verfügung“, so Korczak.

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erstellt am 11.Aug.2016 | 13:02 Uhr

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