zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

FDP: Keinen Euro für Haus des Gastes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Liberale bekräftigen: Die Entscheidung für einen Abriss sei wohl überlegt

„Für die FDP ist jeder Euro, der in dieses marode Gebäude ohne Nutzwert fließt, reine Steuerverschwendung. Deshalb werden wir den Abriss konsequent weiter verfolgen.“ Diese gemeinsame Erklärung haben die Stadtvertreter Margret Möller und Uwe Dankert sowie der Ortsvorsitzende Gerd Janus veröffentlicht – und den Spieß umgekehrt: „Die Abrissgegner wollen nicht wahrhaben, dass überwiegend sie selbst seit 2003 wenig Interesse an einem Erhalt oder einer Sanierung gezeigt haben und als Grund dafür der Stadt vorwerfen, sie habe das Gebäude verkommen lassen. Warum haben sie nicht schon damals gemahnt und protestiert?“

Fakt sei, dass die Eutiner das Interesse an diesem Haus früh verloren hätten, sagt Dankert. Auch gastronomische Angebote und Veranstaltungen hätten in den vergangenen zwölf Jahren keinen konkreten Nutzungszweck erkennen lassen. Keine Stadt könne es sich leisten, ein Gebäude in Stand zu halten, das von den Bürgern nicht angenommen werde und seinen Zweck verloren habe.

Die Stadtvertretung habe mit deutlicher Mehrheit und aus wohlüberlegten Gründen beschlossen die Schlossterrassen zur Bürgerbegegnungsstätte zu machen. Zuschüsse des Landes gebe es auch nur für einen Standort, sagte Gerd Janus. Außerdem sei der Festsaal ein Baudenkmal, das Haus des Gastes nicht.

Wenn die Bürgerinitiative den Politikern Missachtung des Bürgerwillens vorwerfe, sei das eine sehr subjektive Einschätzung: In Wahrheit hätten nur rund 20 Prozent der Bürger an der Abstimmung teilgenommen. Die Einstellung von mehr als 9000 Stimmberechtigten könne nur vermutet werden.

Ein neues Bürgerbegehren sei das gute Recht der Abrissgegner, aber sie sollten auch die Haltung der gewählten Stadtvertreter respektieren. Aber Gutachten der Stadt zu Sanierungskosten würden von der Bürgerinitiative als völlig überzogen und falsch bewertet und mit zum Teil naiven Gegenvorstellungen gekontert. Bürgermeister Carsten Behnk werde mit unhaltbaren Vorwürfen konfrontiert, die darin gipfelten, das er durch Nichtstun die weitere Verwahrlosung des Gebäudes fördere. Stadtvertretern werde Unfähigkeit beim Bewerten von Gutachten unterstellt und sie würden als „Abnicker“ bezeichnet.

Die FDP stehe zum Abrissbeschluss, und sie sehe weiter das Bedürfnis für ein modernes Mittelklassehotel mit Außengastronomie in der Stadtbucht, ergänzt Margret Möller. Sollte ein Hotelbau in absehbarer Zeit nicht geschehen, werde sich die FDP für eine temporäre Gastronomie – ähnlich den Pavillons der Gartenschau – an der Stadtbucht einsetzen, und das schon kommenden Sommer.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Nov.2016 | 17:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen