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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Fahrradklima-Test stößt auf große Resonanz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Radfahren wird immer beliebter. Doch weil die Verhältnisse diesem Trend hinterherhinken, verschärfen sich bekannte Konflikte. Das erfuhren Mitglieder der Fahrradinitiative Eutin am vergangenen Sonnabend, als sie auf dem Markt für den Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) warben. „Der Kampf auf den Bürgersteigen spitzt sich echt zu“, fasste Andrea Stolz den Eindruck aus zahlreichen Gesprächen zusammen, die sie mit Radfahrern und Fußgängern geführt hat.

Einig waren sich die Fahrradfreunde und Standbesucher aber auch: Es sind nicht allein ignorante Radfahrer, die Konflikte heraufbeschwören. „Es wurde in den Gesprächen durch die Bank bestätigt, dass es aufgrund der Bedingungen und des Verhaltens von Autofahrern nachvollziehbar ist, dass Radfahrer sich auf der Fahrbahn nicht wohlfühlen“, erklärte Jens Rose-Zeuner. Wenig überraschend standen die Riemannstraße und die Straße „Am Rosengarten“ im Zentrum der Diskussionen.

Ein Grund für das zunehmende Gedränge auf den Fußwegen sei aber auch die Sperrung wichtiger Achsen wie Seepark, Stadtbucht und Schlossgarten wegen der Landesgartenschau, sagte Rose-Zeuner. Gerade für Eltern mit Kindern sowie Senioren auf Fahrrädern zählten diese zu den wichtigen Strecken, auf denen sie ohne Belästigung durch Autos und auf breiten ruhigen Wegen in und durch die Stadt kämen. „Dieses Jahr hat also gezeigt, wie bedeutsam die Passierbarkeit genau dieser Wege für den Zubringer- und innerstädtischen Verkehr ist, und wir hoffen doch sehr, dass sie ganz zeitnah wieder voll nutzbar sind.“

Seit es den Fahrradklima-Test gibt, war es das erste Mal, dass die Fahrradinitiative mit einem Stand für die Umfrage geworben hat. „Die Resonanz war enorm, wir haben deutlich über 50 ausgefüllte Fragebögen“, berichtete Rose-Zeuner. Viele hätten auch Fragebögen oder Handzettel mit der Internet-Adresse der Umfrage mitgenommen. „Viele freuen sich darüber, dass sie ihre Unzufriedenheit über die Verhältnisse noch einmal zum Ausdruck bringen können“, sagte Rose-Zeuner. Von spürbaren Verbesserungen habe jedenfalls niemand gesprochen.

Diesen Eindruck teilt Fritz Bobermien (78). Der ehemalige Spediteur wohnt seit zweieinhalb Jahren in Eutin. „Seitdem hat sich für Fahrradfahrer im Grunde nichts geändert“, kritisierte der leidenschaftliche Radler, der am Stand einen Fragebogen ausfüllte. Er selbst habe zwar mit dem zentrumsnahen Teil der Riemannstraße kein Problem, doch er könne verstehen, wenn weniger routinierte Radfahrer dort auf den Bürgersteig auswichen. In der Carl-Maria-von-Weber-Straße, am dortigen Kreisel, weiche selbst er auf den Fußweg aus. „Weil die Straße da so stark befahren ist.“ Zu Konflikten mit Fußgängern sei es dabei aber noch nie gekommen.

> Wer sich am Fahrradklima-Test beteiligen will, kann dies bis zum 30. November auch online tun. Der Fragebogen findet sich unter der Adresse www.fahrradklima-test.de.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 12:40 Uhr

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