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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 03:30 Uhr

Eutin : Eutins Mühlen und ihre Wege

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Moder Grau“ ist das einzige Eutiner Bauwerk dieser Art, das erhalten geblieben ist – an die anderen erinnern nur noch die Straßennamen.

In Eutin hat es im Lauf der Zeit verschiedene Mühlen gegeben. Bis zum 19. Jahrhundert hatten Bauwerke dieser Art ihre große Zeit. Ihre Technik war zu jener Zeit herausragend und das Handwerk des Müllers brachte Wohlstand. Durch die Erfindung von Diesel- und Elektromotoren verloren die Mühlen jedoch an Wichtigkeit, denn die von ihnen produzierte Energie konnte man nun einfacher bekommen. Die einzige, heute noch das Eutiner Stadtbild prägende Mühle, ist „Moder Grau“ auf dem Mühlenberg, die 1850 erbaut wurde.

Manche Straßennamen weisen auf Mühlenstandorte hin. So hat „Moder Grau“ gleich zwei Straßen zu ihren Namen verholfen. Vom Bahnhof aus führt die Straße „Am Mühlenberg“ in die Höhe, während der direkte Zugang von der Plöner Straße aus „Mühlenweg“ heißt und eigentlich ein Privatweg ist. Auch er führt steil bergan.

„Moder Grau“ ist zu einem der Wahrzeichen der Stadt geworden und wird seit vielen Jahren gastronomisch genutzt. Im Gastraum finden sich alte Bilder der Mühle und ein Mühlengemälde der Eutiner Malerin Louise Wagner (1875–1950).

An einem anderen Mühlenberg, der heute „Jahnhöhe“ heißt, befand sich die Mühle des Herrn Wiese. Sie stand nahe dem höchsten Punkt von Eutin. Es war eine Holländermühle, deren Flügel mit dem Mühlenkopf verbunden waren und durch diesen zum Wind ausgerichtet werden konnten. Als sie 1927 abbrannte, entschloss man sich an gleicher Stelle eine Jugendherberge zu bauen. Der Mühlenberg wurde in diesem Zusammenhang in „Jahnhöhe“ umgetauft. In Fissau zweigt gegenüber der Kirche der Weg „Zur alten Mühle“ ab und weist darauf hin, dass hier, auf einer kleinen Anhöhe, einmal eine Windmühle stand.

Bei Fissaubrück gab es die Neumühle, die durch die Wasserkraft der Schwentine angetrieben wurde. Nach dieser Wassermühle ist auch die entsprechende Straße benannt. Ganz in der Nähe, am Kastanienberg (Wilhelmshöhe) befand sich zusätzlich eine Windmühle.

Eine weitere Mühle, die ohne Hinweis in den Straßenbezeichnungen bleibt, hatte ihren Platz an der höchsten Stelle der Elisabethstraße. Auf dem hinteren Teil des Grundstücks, welches der heutigen Wilhelm-Wisser-Schule gegenüber liegt, soll es eine Sägemühle gegeben haben. Heute befindet sich dort ein Parkplatz.

Quellen: Jahrbücher für Heimatkunde (Eutin), Wikipedia, Windmühlen in Schleswig-Holstein in alten Ansichten, W. Heesch, Gespräch mit Volkhardt Schlüter.


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erstellt am 02.Aug.2016 | 18:59 Uhr

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