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Ostholsteiner Anzeiger

28. September 2016 | 05:27 Uhr

Eutiner CDU wählt neuen Ortschef

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bernd Ditscher (66) folgt auf Gerd Freese (54), der sich nicht mehr zur Wahl stellte / Rachfahl thematisiert hohe Verschuldung der Stadt

Wechsel an der Spitze des Eutiner CDU-Ortsverbands: Die Jahresversammlung im Eutiner Brauhaus wählte Bernd Ditscher zum Nachfolger von Gerd Freese. „Wir haben uns vorgenommen, wieder mehr zu machen“, erklärte Ditscher vor 35 Mitgliedern im Namen seiner Vorstandskollegen. So solle beispielsweise der Stammtisch zu aktuellen Themen wiederbelebt werden. Der 66-jährige Rentner hatte sich zur Wahl gestellt, nachdem der Ortsverband lange Zeit vergeblich nach einem neuen Vorsitzenden gesucht hatte. Er erhielt 31 Stimmen.

Die Schwierigkeit, sich auf einen Kandidaten zu einigen, sei auch der Grund dafür gewesen, dass die Jahresversammlung im vergangenen Jahr nicht stattgefunden habe, erläuterte Freese. Der 54-jährige Sozialversicherungskaufmann aus Sibbersdorf kandidierte nach sechs Amtsjahren nicht mehr. Die Arbeit als CDU-Ortschef habe ihm aber zu 98 Prozent Spaß gemacht, versicherte er. Besonders hob er dabei mit Blick auf den anwesenden Carsten Behnk die „überragende Bürgermeisterwahl“ hervor.

Ebenfalls für zwei Jahre gewählt wurden einstimmig Riad El-Lawn und mit 31 Stimmen Sascha Clasen als stellvertretende Vorsitzende. Clasen folgt auf Moritz Hinz, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Mit 31 Stimmen bestätigten die Mitglieder Schatzmeisterin Cornelia Möller im Amt. Zu Beisitzern bestimmte die Versammlung Alt-Bürgermeister Gernot Grimm, Rudolf Gröne, Dieter Holst, Marcel Kriwet, Matthias Rachfahl und Olaf Schmidt.

Ditscher, der über die Senioren-Union den Weg zur CDU fand, stammt ursprünglich aus Lübeck und kam durch seine zwölfjährige Bundeswehrzeit nach Eutin. Er arbeitete als Bauklempner, Kaufmann, Fahrlehrer und Verkehrslehrer, ist verheiratet und hat drei Kinder und sechs Enkel. 30 Jahre lang war er aktives Mitglied der Eutiner Ortswehr.

Rachfahl lobte das „ausgeglichene Naturell“ des scheidenden Vorsitzenden, das „bei diesen vielen Alphatieren, die wir ja in der Fraktion haben“ zum tragen gekommen sei. Der CDU-Fraktionschef ging besonders auf die finanzielle Situation der Stadt ein. So sei die Verschuldung von 21 Millionen Euro im Jahr 2012 auf jetzt 46 Millionen Euro gestiegen. „Nichtsdestotrotz haben wir uns auf den Weg der Stadtsanierung gemacht. Da kommen etliche Belastungen auf uns zu“, sagte Rachfahl. Viel Geld kosten würden auch bereits beschlossen Ausgaben der kommenden Jahre wie der Bau einer neuen Turnhalle oder eines neuen Feuerwehrgerätehauses. In zwei Jahren werde die Verschuldung bereits bei 60 Millionen Euro liegen. „Das ist eine ganz große Aufgabe, die auf uns und die Verwaltung zukommt“, erklärte Rachfahl zur Notwendigkeit, der Verschuldung Einhalt zu gebieten.

Gespart werden müsse bei den freiwilligen Leistungen, forderte Rachfahl und nannte als Beispiele, bei denen über die Rolle der Stadt als Geldgeberin nachgedacht werden müsse, das Konzept zur Attraktivitätssteigerung des Eutiner Schlosses, die Eutiner Festspiele und den geplanten Neubau des evangelischen Kieckbusch-Kindergartens.

Zum Abschluss der Versammlung meldete sich der künftige Bürgermeister Carsten Behnk zu Wort. Auch er sieht im Schuldenstand der Stadt eine große Herausforderung: „Wenn wir ein, zwei oder gar drei Prozent mehr Zinsen zahlen müssten, dann war’s das. Dann ist der Genickbruch da“, warnte er. Dennoch freue er sich extrem auf den Beginn seiner Amtszeit am 1. August.

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erstellt am 24.Mär.2016 | 04:30 Uhr

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