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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Eutiner Biker-Treff ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kein 9. Motorradtreff – nur eine „gestörte Kommunikation“? Die 50 Engagierten der Fahrgemeinschaft Rödeldöös schmeißen hin

Schleswig-Holstein verliert sein mittlerweile größtes Motorradtreffen zum Saisonausklang in Eutin. Das steht nach dem gestrigen Pressegespräch mit Helge Nickel, der das Treffen seit nunmehr acht Jahren im Auftrag der Fahrgemeinschaft Rödeldöös organisiert, fest.

Als offiziellen Grund nennt die Fahrgemeinschaft „die Verschleppung der Genehmigungen“, „zusätzliche Auflagen“ und die Ungewissheit mit Blick auf die geplanten baulichen Maßnahmen im Zuge der Innenstadtsanierung. Eine „gesicherte Durchführung“ sei aus Sicht der Rödeldöös nicht planbar.

„Wir haben das Motorradtreffen am 22. Dezember 2015 einschließlich aller benötigten Flächen beantragt und bekommen erst zweieinhalb Wochen vor der Veranstaltung die Genehmigung mit dem völlig unerwarteten Bescheid, dass zwei Straßenzüge als Parkräume nicht zur Verfügung stehen“, erläutert Nickel die von den Rödeldöös angemahnte Zeitverschleppung. Ein kurzfristiges Gespräch mit dem neuen Bürgermeister Carsten Behnk habe ergeben, dass mehrere Anlieger und Betroffene wie Schloss, Ostholsteinmuseum, Edeka, Michaeliskirche und Busbetriebe Rohde ein Problem mit der Sperrung hätten. Doch vor Ort habe er sich gemeinsam mit Rödeldöös-Sprecher „wie ein dummer Junge“ gefühlt, „den die Stadt losgeschickt hat, ihre Arbeit zu tun“. Letztlich habe sich herausgestellt: „Keiner sah ein Problem in den Sperrungen für die Veranstaltungen, die haben uns alle angeschaut wie Autos.“ Im Gegenteil: Vom Busunternehmen hat Nickel erfahren, dass die Verwaltung nur gefragt habe, ob es Probleme bei einer Sperrung wie zum Landesgeburtstag gäbe. „Da waren die beantragten Straßenzüge Freischützstraße und der obere Teil der Lübecker Straße gar nicht in der Fragestellung enthalten“, so Nickel. Ein Kommunikationsproblem?

Schließlich habe alles funktioniert: Vier Tage vor Veranstaltungbeginn hatte er die geänderte Genehmigung. Nickel: „Das ist verdammt wenig Zeit, wenn alle Helfer eine umfangreiche und dezidierte Anweisung über die Auflagen und Weiteres benötigen, um eine gute Veranstaltung auszurichten.“ Aus seiner Sicht sei es außerdem Aufgabe der Verwaltung, die Stellungnahmen der betroffenen Anlieger einzuholen. Die Rödeldöös fühlten sich als „Bittsteller“, wie aus einer schriftlichen Stellungnahme zum offiziellen Ende der Veranstaltung hervorgehe. „Dabei haben sich die gut 50 ehrenamtlichen der Fahrgemeinschaft engagiert, um ihrer Stadt aus Liebe zum Hobby eine aus ihrer Sicht schöne Veranstaltung zu schenken. Dafür verdienen sie große Anerkennung“, sagte Nickel.

Bürgermeister Carsten Behnk zeigte sich irritiert: „Grundsätzlich unterstützen wir gern und pro aktiv jeden Veranstalter, der hier in Eutin Events durchführt, die das Leben in der Stadt bereichern. Genauso haben wir auch Helge Nickel unterstützt in Sachen Motorradtreffen. Seit 2012 gewähren wir für die Veranstaltung über unsere Tochtergesellschaft Eutin GmbH eine Zuschuss von 1000 Euro pro Jahr. Ebenso bezuschussen wir seit Jahren den Großflohmarkt, das Blues-Fest und die Blues Challenge – teilweise in erheblichem Umfang.“ Deshalb empfinde er den Vorwurf der mangelnden Unterstützung „mehr als befremdlich“. Im Vorfeld der Veranstaltung habe er kurzfristig ein Treffen mit den Beteiligten möglich gemacht und dem zuständigen Fachbereich danach gebeten, die Organisatoren „unterstützend zu begleiten“. Außerdem habe ihn die Verwaltung darauf hingewiesen, dass an einem Sonntag andere Anliegen der Anwohner/Betroffenen – wie Öffnungszeiten und ähnliches – zu berücksichtigen seien als sonst an einem Feiertag.

Behnk: „Ich schätze Helge Nickel und seine Veranstaltungen. Die soll er gerne auch weitermachen.“ Behnk könne nur für Zukünftiges, nicht Vergangenes sprechen, aber seine Ansage laute klar: „Wir wollen Veranstalter pro aktiv unterstützen. Wir wollen den Schwung der Landesgartenschau mitnehmen und da müssen wir sicherstellen, dass die Besucher, die nach Eutin kommen, auch die bekannten Veranstaltungen vorfinden werden.“

Wie das funktionieren soll, wenn der Veranstalter in Eutin bisher selbst daran zweifelt, ob ein Stadtfest mit Großflohmarkt 2017 wegen beginnender Bauarbeiten in der Peterstraße stattfinden kann, blieb gestern offen. „Uns liegt ein Antrag für das Stadtfest am 19. und 20. August 2017 vor und der wird umgehend von uns bearbeitet“, so Behnk. Nickel solle noch diesen Monat Bescheid bekommen.

Die Entscheidung der Rödeldöös bedauere Behnk sehr: „Ehrenamtliches Engagement verdient Respekt und Anerkennung.“

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erstellt am 13.Okt.2016 | 00:39 Uhr

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