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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Eutin: Parken fast wie einst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadt reagiert: WVE-Mehrheit will kundenfreundliche Parkregel / Stopp des Verkehrsversuchs per Liste?

Die gute Nachricht des WVE-Vorstandes Klaus Hoth ging in der hitzigen Diskussion um den Verkehrsversuch am Dienstagabend fast unter: „Parken soll ab 16 Uhr wieder frei sein und an den Wochenenden zwischen 9 und 16 Uhr mit Parkscheibe auf zwei Stunden begrenzt, aber ohne zu bezahlen.“ Damit beugt sich der WVE-Vorstand, der die Veränderung der Parkregelung erst zum politischen Thema gemacht hatte, dem mehrheitlichen Wunsch seiner Mitglieder: „Wir leben in einer Demokratie.“ Damit die Regelung möglichst schnell umgesetzt werden könne, habe der Bürgermeister Rückendeckung für eine Entscheidung von den Fraktionen erhalten. „Wir setzen das so schnell wie möglich um“, sagte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt gestern dazu.

Der gewichtigere Part war der Verkehrsversuch: Per Handzeichen stellten sich die rund 60 anwesenden Kaufleute der Eutiner Innenstadt am Dienstagabend hinter den Vorstand der Wirtschaftsvereinigung (WVE), der sich weiter für den Stopp des Verkehrsversuchs gegenüber Politik und Verwaltung stark machen will.

Anstelle eines Bürgerbegehrens wollen die Geschäftstreibenden in den nächsten Tagen Unterschriften der Kunden sammeln, die einen Verkehrsversuch für ähnlich vernichtend für die Kleinstadt halten wie die WVE. „Wir wollen kein Bürgerbegehren, weil wir das Problem gemeinsam mit der Politik lösen wollen. Wir wollen gehört werden“, sagte Thomas Menke vom WVE-Vorstand. Wenn Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden dann 1000 oder mehr Unterschriften von Eutiner Bürgern vorgelegt werden, habe das so viel Gewicht, das könne Politik nicht einfach ignorieren, so die Hoffnung vieler Anwesender.

Fakt ist, es gibt einen Beschluss für die Testphase eines Verkehrsversuchs, der zum Ziel hat, den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt rauszuhalten, um generell die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen. Um den für Oktober geplanten Versuch zu stoppen, bedarf es eines neuen Beschlusses, den die FDP mit ihrem Dringlichkeitsantrag versucht zu erwirken. Der aber wird erst im September behandelt.

Jackie Meyer (FDP) brachte das generelle Problem der Kaufmannschaft auf den Punkt: „Ich verstehe ihr Anliegen, aber sie haben keine politische Mehrheit und sind in den Gremien nicht vertreten.“ Stadtsanierung und integriertes Stadtentwicklungskonzept laufen seit Jahren – „jetzt zu sagen, das gefällt uns nicht oder wir wollen das ganz anders, ist etwas spät“.

„Aber Eutin darf keine Museumsstadt werden“, sagte WVE-Vorsitzender Klaus Hoth. Es müssten alle Bewegungsformen in Einklang gebracht werden, forderte Hoth, der aus Gesprächen mit dem Bürgermeister andeutete, dass der Verkehrsversuch nur ein erster Schritt sei, um langfristig die Fußgängerzone der Stadt zu vergrößern. „Es ist doch egal, wo gebuddelt wird, es führt für alle in der Innenstadt zu erheblich weniger Kunden“, sagte Detlef Zinn. Seite 3

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erstellt am 14.Jul.2016 | 00:10 Uhr

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