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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 16:46 Uhr

Festakt in Eutin : „Eutin ist Vorbild für viele im Land“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landesregierung und Landtag luden zur Feierstunde im Schlossterrassensaal. Ministerpräsident Torsten Albig lobt Eutiner Engagement.

Wann war eigentlich der Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein? Auf jeden Fall nicht am 1. Oktober 1946. Die Feier des 70. Geburtstages am Sonnabend war frei gewählt. Das räumte Landtagspräsident Klaus Schlie bei einem Festakt vor rund 300 geladenen Gästen im Saal der Schlossterrassen ein.

Ein Datum, an dem sich die Geburt des Landes festmachen ließe, gibt es im Grunde nicht. Am 23. August 1946 sprach die britische Militärregierung mit der Verordnung Nr. 46 der damaligen preußischen Provinz den vorläufigen Status eines Landes zu. Es folgten der erste frei gewählte Landtag und die erste Regierung.

Fest steht, dass die Briten den Menschen im Land zwischen den Meeren beim Aufbau eines demokratischen Landes halfen und ihnen auch das entsprechende Vertrauen entgegen brachten, wie Ministerpräsident Albig und Landtagspräsident Schlie in der Feierstunde betonten. An der nahmen über 300 geladene Gäste teil, Minister, Abgeordnete von Europaparlament, Bundestag und Landtag sowie Repräsentanten aus Gesellschaft, Kirchen und Wirtschaft – und der Botschafter Großbritanniens, Sir Sebastian Wood.

Wood erinnerte an vielfältige Beziehungen zwischen seiner Heimat und Schleswig-Holstein, die bis zur Besiedelung Englands im frühen Mittelalter durch Menschen aus Schleswig-Holstein reichten. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stünden die deutsch-britischen Beziehungen vor Veränderungen, aber die Tiefe und Breite dieser Verbindungen würden sich nicht ändern, und es sei wichtig, dass sich die Menschen in beiden Ländern dessen bewusst seien. „Wir verlassen die EU, aber nicht Europa.“ Mit Blick auf den Landesgeburtstag sagte Sir Wood: „Großbritannien kann stolz darauf sein, dass es dieses Bundesland gegründet und seine Anfänge begleitet hat.“

Der Wille zu einem echten Neuanfang und das Vertrauen der Briten seien zwei wichtige Zutaten für die Landesgründung gewesen, urteilte Schlie, aber das wichtigste seien die Menschen gewesen, die sich engagiert hätten. Schlie würdigte besonders die Aufbauleistung von Flüchtlingen und Vertriebenen, von denen zum Kriegsende über eine Millionen ins Land gekommen waren.

Schleswig-Holstein verfüge über eine große Vielfalt und feiere stolz und selbstbewusst seinen 70. Geburtstag, sagte Ministerpräsident Torsten Albig. „Das Land und seine Menschen haben in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel gemeistert und geleistet.“

Doch es gelte auch, die Demokratie zu verteidigen und aus der Geschichte der Weimarer Republik zu lernen. So sei der brutale Angriff auf den Bürgermeister von Oersdorf (Kreis Segeberg), Joachim Kebschull, „ein feiger und hinterhältiger Angriff auf die Demokratie und auf unser Land“ gewesen.

Albig erläuterte auch, warum der Landesgeburtstag in der ostholsteinischen Kreisstadt gefeiert worden sei: „Eutin hat es dem Land vorgemacht, wie Nabelschau richtig geht.“ Die Stadt habe die Gunst der Stunde genutzt und sich mit dem Schwung der Landesgartenschau neu aufgestellt, sie sei eine von den vielen Perlen des Landes. Und Albig weiter: „Eutin macht das gut und ist ein Vorbild für viele im Land. Von Eutin lernen schadet nicht.“

Zum Programm der Feierstunde gehörten zwei Lieder des Sängers Tim Linde mit seiner Band – darunter der Titel „Großes Land“ – und eine Hommage der Poetry-Slammerin Mona Harry zum Landesgeburtstag.


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erstellt am 01.Okt.2016 | 13:33 Uhr

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