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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 17:39 Uhr

Eskalation auf der Baustelle: Maurer prügelten Heizungsbauer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Was auf einer Baustelle in Timmendorfer Strand mit einer Lappalie begann, entwickelte sich zu einem Fiasko und beschäftigte dieser Tage das Eutiner Amtsgericht.

Wegen gefährlicher Körperverletzung hatten sich zwei Handwerker zu verantworten, einer wurde zu einer Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt, die zur
Bewährung ausgesetzt wurde.

Die 34 und 35 Jahre alten Fassadenmaurer waren vor gut einem Jahr mit Putzarbeiten an einem Neubau beschäftigt. Tür- und Fensteröffnungen hatten sie mit Plastikfolien abgeklebt. Zeitgleich sollten auch Arbeiten zur Heizungsinstallation ausgeführt werden. Die Installateure, Vater und Sohn und ein Mitarbeiter, öffneten eine Terrassentür, weil sie Materialien in den Bau schaffen wollten, dabei zerriss eine von außen angebrachte Folie. Das war Anlass für den jüngeren Maurer, geradezu auszuflippen.

Erbost über dieses Missgeschick, bewarf er unter üblen Beschimpfungen den älteren Installateur, Vater des jüngeren Installateurs, mit einer Wasserflasche und war auch nicht zu beruhigen, als ihm die Reparatur der Folie versprochen wurde. Durch Festhalten hielt der ältere Maurer seinen Kollegen von weiteren Attacken ab.

Vier Stunden später kam es zur Eskalation: Aus einem Disput über eine angeblich beschädigte Wasserwaage entwickelte sich eine körperliche Auseinandersetzung, wobei der Installateurs-Sohn schwere Verletzungen erlitt.

Mit Wasserwaagen prügelten die beiden miteinander verwandten Maurer auf den Mann ein. Prellungen am ganzen Körper, eine zehn Zentimeter lange Platzwunde am Kopf und ein gebrochener Finger waren die Folgen. Als der Vater seinem Sohn zu Hilfe kommen wollte, flohen die Maurer von der Baustelle.

Vier Wochen war der junge Mann krankgeschrieben, und auch nach drei Operationen kann er einen Finger nicht mehr richtig bewegen und mit der betroffenen Hand keine Faust mehr bilden.

Nach anfänglichem Leugnen und nach Rücksprachen mit
ihren Verteidigern zeigten
sich die Angeklagten plötzlich versöhnungsbereit. Sie baten die Geschädigten um Entschuldigung und ließen gleichzeitig über ihre Verteidiger Schmerzensgeldangebote machen, die auch angenommen wurden. Nach diesem „Entgegenkommen“ stellte Richter Otto Witt auf Antrag der Verteidiger und der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den älteren Angeklagten ein. Der 34-Jährige, der nach Ansicht des Gerichtsvorsitzenden bewusst die körperliche Auseinandersetzung gesucht hatte, erhielt eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten. Als Auflage verpflichtete ihn das Gericht, das zugesagte Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro in pünktlichen Raten zu zahlen. Dazu kommen die Kosten des Verfahrens.

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erstellt am 18.Jul.2016 | 16:37 Uhr

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