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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Landesfinanzschule Krummsee : Erstmals eine Frau an der Spitze

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Exakt zum 50-jährigen Bestehen hat Simone Ridder die Leitung des Bildungszentrums der Steuerverwaltung in Krummsee übernommen.

Für die Landesfinanzverwaltung war der gestrige Tag gleich in doppelter Hinsicht historisch. Zum einen hat das Land exakt vor 50 Jahren, am 17. August 1966, in dem einst von Johannes Janus gegründeten Hotel „Holsteinische Schweiz“ die Landesfinanzschule eröffnet. Zum anderen steht an der Spitze der mittlerweile „Bildungszentrum (BiZ) Steuer“ genannten Einrichtung seit gestern erstmals eine Frau. In freier Natur, mit Blick auf den Kellersee, ernannte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) Simone Ridder vor zahlreichen Gästen aus der Finanzverwaltung zur Nachfolgerin von Alexander Kraft. Zugleich beförderte sie die 37-Jährige zur Regierungsdirektorin.

Einen idyllischeren Start in ihr neues Amt hätte sich die aus Moers (Nordrhein-Westfalen) stammende ehemalige Fachanwältin für Arbeitsrecht kaum wünschen können. Das galt auch für 76 Anwärter zum Finanzwirt: Während Libellen durch die Luft schwirrten und Schäfchenwolken am blauen Himmel entlangzogen, vereidigte Monika Heinold den Nachwuchs der Landesfinanzverwaltung. Die Anwärter hatten sich unter 447 Bewerbern durchgesetzt.

Simone Ridder wurde zwar erst gestern offiziell in ihr Amt eingeführt, tatsächlich hatte sie die Leitung des BiZ jedoch schon vor einem halben Jahr übernommen und in dieser Funktion beispielsweise schon die Laufbahnprüfungen für die Steueranwärter aus dem Einstellungsjahrgang 2014 abgenommen. Eine ihrer ersten Amtshandlungen als offizielle BiZ-Leiterin wird nun die Jubiläumsfeier sein, die für Freitag, den 9. September, terminiert ist.

Seit 2008 gehört Simone Ridder der Landesfinanzverwaltung an. Sie arbeitete zunächst im Finanzamt Ratzeburg, das sie zeitweise stellvertretend leitete, danach zwei Jahre als persönliche Referentin im Ministerbüro und zuletzt vier Jahre in der Strafsachenstelle des Finanzamts Lübeck. „Ich freue mich, mit Ihnen eine Nachfolgerin im BiZ begrüßen zu dürfen, die nicht nur für ihre fachliche Qualifikation, sondern auch menschlich sehr geschätzt wird“, sagte Monika Heinold. Simone Ridder gelte als jemand, der gut auf andere Menschen zugehen könne, Empathie und Fröhlichkeit mitbringe und stets in der Lage sei, jede noch so trockene Arbeitsgruppe mit neuem Schwung zu beleben.

Ausführlich widmete sich die Ministerin Ridders Amtsvorgänger Alexander Kraft, der im Sommer 2010 die Leitung des BiZ übernommen hatte. Dem 46-Jährigen, der sich nach eigenem Bekunden noch fünf Jahre in Krummsee hätte vorstellen können, war eine neue Aufgabe in der Staatskanzlei angetragen worden. Dort leitet er nun das Referat „Zentrales Personalmanagement“ und kümmert sich um Personalentwicklungsmaßnahmen.

In der Diskussion um eine Zusammenlegung der Landesfinanzschule mit der Verwaltungsakademie Bordesholm habe sich Kraft „dafür stark gemacht, das BiZ als eigenständige Einrichtung in Malente zu belassen und gleichzeitig zu modernisieren“, sagte Monika Heinold. Die Entscheidung fiel im November 2012. Der Leitungswechsel ist nun mitten im Bauprozess erfolgt. Im Oktober werde die Sanierung der 23 Altbauzimmer abgeschlossen sein und im Mai 2017 die Sanierung des Bettenhauses, kündigte Monika Heinold an. Ein dritter Bauabschnitt für die bislang mit 2,5 Millionen Euro bezifferte Sanierung wird folgen.

„Du hast mir eine ziemlich große Baustelle hinterlassen“, hielt Simone Ridder ihrem Amtsvorgänger denn auch scherzhaft vor. Das beziehe sich aber ausdrücklich nur auf die tatsächlichen Sanierungsarbeiten. Ansonsten übernehme sie ein hervorragendes Team.

Als „herausragend gut geeignete Leiterin“ lobte Alexander Kraft seine Nachfolgerin. Zugleich staunte er über die Größe des jetzt eingestellten Jahrgangs mit 76 angehenden Finanzwirten: „Als ich hier war, hätte ich gar nicht gedacht, dass so viele überhaupt reinpassen.“ Noch im Vorjahr waren es 50 Anwärter, im nächsten Jahr sollen 65 eingestellt werden. Damit reagiere man auch auf steigende Abgangszahlen aufgrund der Altersstruktur in der rund 4500 Mitarbeiter starken Landesfinanzverwaltung, erklärte Monika Heinold.

„Wir als Land sind stolz und froh, motivierte Nachwuchskräfte gewonnen zu haben“, sagte die Finanzministerin. Das sei in Zeiten des Fachkräftemangels keineswegs selbstverständlich. Den künftigen Finanzwirten stünden später viele Wege in der Steuerverwaltung offen. Das Einsatzspektrum reiche von der Prüfung der Steuererklärungen bis zur Arbeit in der Geschäftsstelle, von der Lohnsteueraußenprüfung bis zur Vollstreckung.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 15:30 Uhr

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