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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

Erster IS-Anschlag in Deutschland

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Terrormiliz bekennt sich zu Selbstmord-Attentat in Ansbach

Nach dem dritten Anschlag in Deutschland innerhalb von nur einer Woche wächst die Angst vor weiteren Gewalttaten. Bundesinnenminister De Maizière sagte, er verstehe die Sorgen der Bevölkerung. Er mahnte zugleich zur Besonnenheit und warnte vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Die ganz große Mehrheit komme nach Deutschland, um hier in Frieden zu leben.

Gleichzeitig kündigte der Minister an, dass die Bundespolizei ihre Präsenz an Flughäfen und Bahnhöfen sichtbar verstärken werde. Die Sicherheitsbehörden würden alles tun, damit solche schrecklichen Gewalttaten wie in Würzburg, München und Ansbach sich nicht wiederholen. „Eine absolute Sicherheit dafür gibt es aber nicht“, betonte er. Beim jüngsten Anschlag in Ansbach in Bayern explodierte am späten Sonntagabend eine Bombe. Der mutmaßliche Täter starb, 15 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der Mann zündete die Bombe mit scharfkantigen Metallteilen vor einem Konzertgelände mit etwa 2500 Besuchern. Bei dem Täter handelt es sich um einen 27- Jährigen aus Aleppo in Syrien. Im August 2014 habe er einen Asylantrag gestellt. Mit Bescheid vom 2. Dezember 2014 wurde der abgelehnt.

Bayerns Landesregierung geht nach der Bombenexplosion von einem islamistischen Hintergrund aus. Auf einen ersten islamistischen Selbstmordanschlag in Deutschland deuteten die Umstände der Tat „schon sehr“ hin, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Laut dem Internet-Sprachrohr Amak der Terrormiliz IS war der Attentäter ein „Soldat des Islamischen Staates“. Auf einem Handy wurde eine Anschlagsdrohung des Täters als Video gefunden. Darin kündigte er einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten. Zugleich bezieht er sich auf Abu Bakr al-Bagdadi, den Anführer der Terrormiliz.

Laut Bundeskriminalamt (BKA) steigt die Zahl der Flüchtlinge, die unter Terrorverdacht stehen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, aktuell gebe es 59 laufende Ermittlungsverfahren gegen Flüchtlinge wegen Verdachts der Verwicklung in terroristische Strukturen. Die Zahl der Gefährder, die die Sicherheitsbehörden auf dem Radar hätten, werde auf mehr als 500 geschätzt, hinzu kämen 360 weitere relevante Personen.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 18:24 Uhr

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