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Ostholsteiner Anzeiger

28. März 2017 | 04:31 Uhr

Erna-Erlebnishaus statt Provisorium

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vereins-Chef Dr. Werner Sach hofft, ab Herbst mit dem Bau beginnen zu können: „Ein Ganzjahresangebot ist wichtig für qualifizierte Arbeit“

Das emsige Hämmern war gestern von Weitem zu hören: 50 Schulkinder der zweiten und dritten Klasse aus der Grundschule Neustädter Bucht waren nach Eutin zum Verein Erlebnis Natur (Erna) gekommen, um etwas über die heimischen Vogelarten zu lernen und einen Nistkasten zu bauen.

„Das macht echt Spaß“, sagte der achtjährige Mile. Gemeinsam mit Luca (8) baute er zwei Nistkästen – für jeden einen zum Mitnehmen. „Am Ende etwas in der Hand zu haben, was sie selbst gemacht haben und dabei auch noch spielerisch zu lernen, ist wichtig“, weiß der Erna-Vorsitzender Dr. Werner Sach. Gemeinsam mit Waldpädagogin Sonja Strube vermittelten sie den Kindern spielerisch, welche Vögel wie aussehen, was sie fressen, wo sie leben. „Das war wirklich toll gemacht und für mich als Lehrerin spannend zu sehen, welche Vögel die Kinder aus dem Unterricht behalten haben“, sagte Grundschullehrerin Anja Weede. Sie habe sich zahlreiche Arten notiert, die sie mit den Kindern im Unterricht nochmal ansprechen möchte. „So kann man das ganze Wissen schön verknüpfen und das hier Gesehene immer wieder mit in den Unterricht einbinden“, sagte Weede. Ihren Schülerinnen Ronja und Julia (beide 9) half sie beim Befestigen der Dachpappe am Nistkasten. Testfrage: Für wen ist der eigentlich? Die Neunjährigen schauten sich kurz an: „Für Blaumeisen, Rotkelchen und Kohlmeisen.“ Dann legten sie ihren Nistkasten zu den anderen neben die Hütte. Als der Regen begann, waren die Kinder mit dem Hämmern fast fertig, danach tobten sie übers Gelände. „Das ist wichtig und gehört dazu“, sagte Sach. Deshalb benötige der Verein das große Gelände auf dem nun – nachdem Beschluss des Hauptausschusses – bald hoffentlich auch der Bau des Erna-Erlebnishauses geplant werden kann (wir berichteten).

„An Tagen wie diesem wird allen deutlich, was wir seit nunmehr fast 13 Jahren wollen. Platz für witterungsunabhängige Angebote“, betonte Sach. Derzeit behelfen sich die Vereinsmitglieder mit gespendeten Zelten und der provisorisch aufgebauten Plietsch-Grünhütte, die künftig der große Veranstaltungsraum sein soll. Die Blockhütte soll unter anderem Sanitäranlagen, Büroräume und Küche beherbergen. Die Kosten schätzt Sach bisher auf 150  000 Euro. 100  000 Euro seien von der Aktivregion und Bingo zugesagt, 50  000 Euro müssen in Eigenleistung erbracht werden. Sach: „Da sind wir auf viele fleißige Hände und Sponsoren angewiesen.“

Neben dem ganzjährigen Bildungsangebot mit qualifizierten Kräften ist auch geplant, die verschiedensten umweltfreundlichen Stromerzeugungen zu zeigen. „Ob Solarenergie, Windkraft oder Geothermie – wir wollen das so bauen, das Besucher erkennen können, was wie viel einbringt und wie es funktioniert“, sagte Sach. Heutzutage sei es umso wichtiger, die Entscheidungsträger von Morgen – die Kinder – darüber aufzuklären, denn der Informationsfluss in Familien hat sich im Gegensatz zu früher deutlich gewandelt.“ Technisch seien viele Kinder ihren Eltern überlegen. Andersherum lasse die Wissensvermittlung über die Artenvielfalt oftmals zu wünschen übrig. Kaum einer erkenne heute noch einen Bussard am Flugbild. „Bei Erna funktioniert Lernen über sinnliche Erfahrungen, dann macht Lernen auch Spaß“, weiß Sach.

Dass Kinder aus Neustadt problemlos nach Eutin kommen – und das nicht zum ersten mal – liegt am „Bildungsspaß Ostholstein“ initiiert
von den Sparkassenstiftungen Ostholstein. „Der Bus holte uns von der Schule ab und bringt uns nachher auch wieder dahin“, sagte Weede. „Das ist völlig unkompliziert und eine wirklich tolle Sache.“ Denn im Unterricht könnten sie so etwas nie anbieten: Denn im Werkraum dürfen pro Lehrer nur 15 Schüler sein, bei Klassenstärken über 20 sei das personell nicht umsetzbar.


Mehr Infos unter www.erna-eutin.de

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erstellt am 21.Mär.2017 | 00:41 Uhr

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