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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 14:37 Uhr

Erinnerungen an Emil Nolde im Kulturcafé

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ausstellungsplakate, Drucke und Bücher – Emil Nolde steht ab heute im Zentrum einer Ausstellung im Kulturcafé Klausberger (Markt 17). „Die Ausstellung soll Lust machen, sich die Bilder im Original anzusehen“, sagt Hans-Peter Klausberger. Der Initiator der Nolde-Schau sammelt seit den 1980er Jahren Plakate und Drucke des berühmten Malers (1867-1956), hat 27 Plakate für die Ausstellung im Obergeschoss des Kulturcafés zusammengestellt.

„Heute ist stille Eröffnung“, sagt Klausberger, der zwar keine Vernissage, dafür aber eine Finissage eingeplant hat – am 4. August um 19.30 Uhr wird eine Zeitzeugin von Emil Nolde berichten: Elke Gerke. Die 82-jährige Eutinerin stammt aus Noldes Heimat im Kreis Nordfriesland. In der direkten Nachbarschaft zu Nolde aufgewachsen, wagte sich Gerke als Kind sogar einmal an den ansonsten besucherscheuen Nolde heran – in Begleitung einer Freundin. „Wir möchten Ihre Bilder sehen“, sagte sie damals zu dem Maler. Doch dieser wies sie schroff ab: „Die versteht Ihr sowieso nicht.“ Doch Gerke blieb hartnäckig, bis Nolde die beiden Mädchen in sein Haus ließ. „An der Wand im Wohnzimmer hing ein düsteres Bild“, erinnert sich Gerke. Und dass sie damals deshalb ein düsteres Gesicht machte. „Seht, Ihr versteht es nicht“, sagte Nolde darauf. Die Mädchen mussten wieder gehen, dennoch tat das der Faszination keinen Abbruch – Gerke griff vor rund 20 Jahren selbst zum Pinsel, malt heute mit Begeisterung. „Du malst noldisch, wie Du die Farbe ins Gesicht knallst“, beschreibt Gerke die Reaktion eines Betrachters ihrer Werke.

Die Eutinerin wird nicht nur aus eigenem Erleben berichten, sondern auch aus den bisher unveröffentlichten Tagebüchern von Johannes Kahlke vorlesen. Dieser bewirtschaftete als Verwalter Noldes Bauernhaus und stand Nolde sehr nahe.

Die Ausstellung findet mit Genehmigung der Nolde Stiftung Seebüll statt und ist während der Öffnungszeiten des Kulturcafés kostenlos zu sehen. Ebenfalls ist für die Finissage keine Anmeldung oder Eintritt erforderlich.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 12:29 Uhr

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