zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 01:21 Uhr

Einmal Eltern auf Probe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jugendliche der Heinrich-Harms-Schule haben das Elternsein mit Babysimulatoren geübt

Es flossen Tränen zum Abschied: Für vier Tage und drei Nächte hatten sieben Achtklässler der Heinrich-Harms-Schule die Verantwortung für ein Baby übernommen. Das Baby war „nur“ ein Babysimulator, doch für die alleinerziehenden 13- bis 15-Jährigen war es „wie ein richtiges Kind“, sagen die Schüler.

Warum gibt es ein Eltern-Kompetenz-Training für Achtklässler an der Schule? „Weil die Rate der ungewollten Schwangerschaften im Alter der Neunt- und Zehntklässler steigt. Häufig flüchten sich Menschen, wenn sie noch nicht genau wissen, was sie machen wollen, in etwas vermeintlich sicheres. Das traditionelle Bild von Vater-Mutter-Kind scheint da für manche ein Ausweg“, sagt Biologielehrerin Tanja van der Meirschen. Sie hat Familienhelferin und Projektleiterin Wiebke Aldenhoff vom Eutiner Familienzentrum nach Hutzfeld geholt, um den Kurs für die Schüler anzubieten. Immer vormittags trafen sich die Schüler mit Aldenhoff, um Themen von Schütteltrauma bis richtiger Pflege durchzusprechen, von den nächtlichen Erfahrungen und eigenen Gefühlen zu berichten. „Wir haben die Schüler ganz eng begleitet, das ist auch wichtig bei so einem Thema“, sagt van der Meirschen. Vom Angebot, Wiebke Aldenhoff rund um die Uhr erreichen zu können – eben wie eine richtige Hebamme nach der Geburt – machten nur wenige Gebrauch. Wie lautet das Fazit der Schüler? „Ich möchte jetzt noch nicht schwanger werden“, sagt Pia (13). „Es war richtig schön, aber auch richtig anstrengend“, sagt Thea. Und was sagt die Lehrerin: „Ich hab’ mich schon angemeldet für das nächste Jahr. Das stieß auch bei den siebten Klassen auf großes Interesse und es ist spannend für jeden einzelnen gewesen. Denn jeder musste seine persönliche Krise meistern und hat letztlich dazugewonnen.“

zur Startseite

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 03:27 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen