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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 11:51 Uhr

Malente : Einigkeit und kontroverse Träume

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zweite Vorstellungsrunde der vier Malenter Bürgermeister-Kandidaten im mit 150 Gästen nahezu überfüllten „Neukirchener Hof“

Fast sah es so aus, als wenn es wieder zu einer „Hans-Werner-Salomon-Show“ werden würde. Denn bei der zweiten Diskussionsrunde der vier Malenter Bürgermeisterkandidaten im „Neukirchener Hof“ gingen die ersten Publikumsfragen wieder nur an den CDU-Fraktionsvorsitzenden der Malenter Gemeindevertretung. Doch später hatten auch die anderen Kandidaten Jörg Meyer (SPD), Tanja Rönck (parteilos, unterstützt von der FWG und den Grünen) und der parteilose Christian Witt die Gelegenheit ihre Ansichten und Pläne zu erläutern.

Wie bereits in der vergangenen Woche war das Interesse an der von den Redakteuren Susanne Peyronnet (LN) und Bernd Schröder (OHA) geleiteten Vorstellungsrunde groß. Rund 150 Interessierte hatten einen Platz im Saal des „Neukirchener Hofs“ ergattert, einige mussten aber auch wieder vor den Türen stehen.

Mit einer Aussage der vergangenen Woche wurde Hans-Werner Salomon konfrontiert. Im Kursaal hatte er gesagt, er könne sich den Kauf der alten Bahnlinie nach Lütjenburg vorstellen, die dann zur Entlastung der Bahnhofstraße in eine Straße umgewandelt werden könne. Wie er das denn angesichts der klammen Gemeindekassen bezahlen wolle, fragte Wilfried Lühr. Das sei nur eine Idee gewesen, über mögliche Kosten habe er nichts gesagt, betonte Salomon. „Als Kandidat muss es auch erlaubt sein, Ideen zu haben“, so Salomon. Wie solle sich eine Gemeinde entwickeln, wenn der Bürgermeister keine Ideen mehr habe?

Einig waren sich die vier Kandidaten darin, dass die einzelnen Malenter Ortswehren erhalten bleiben sollen. Jörg Meyer formulierte als Ziel, mehr Jugendliche an die Feuerwehr heranzuführen. Eine Zusammenlegung der Wehren gebe es mit ihm nicht, wohl eine Zusammenarbeit. Auch Christian Witt würde die Frage einer Zusammenlegung jetzt nicht angehen. „Ich habe bereits eine Zusammenlegung von Wehren miterlebt. Danach traten 70 Prozent der Aktiven aus und es gab einen großen Scherbenhaufen“, berichtete Tanja Rönck von ihren Erfahrungen. Auch Salomon sprach sich gegen eine Zusammenlegung aus – mit Einschränkungen. „Jeder Kandidat, der für eine Zusammenlegung ist, weiß genau, dass er Stimmen verliert.“ Er würde als Bürgermeister gemeinsam mit der Wehrführung ein Konzept für die „Wehr 2030“ ausarbeiten. „Solange die Wehren so gut aufgestellt sind wie jetzt, ist eine Zusammenlegung nicht notwendig“, erklärte er. Aber die Überlegung dürfe nicht verboten sein.

Was künftig für die Jugend geplant sei, wollte Hannes Wandhoff von den Kandidaten wissen. Meyer und Witt planen, die Jugendlichen in Form eines Jugendbeirates einzubeziehen. „Ideen kommen daher, wo zusammengesessen wird“, begründete Witt. Jörg Meyer geht sogar einen Schritt weiter: „Es sollte ein Haus der Jugend geben.“ Tanja Rönck und Hans-Werner Salomon hingegen halten nichts von dieser Idee. Ein Jugendrat sei nicht mehr zeitgemäß, vielmehr müsste die Kommunikation mit jungen Leuten über die sozialen Medien stattfinden, so Rönck. „Ein Jugendrat ist schon einmal gescheitert“, erinnerte Salomon. Er wolle vielmehr einen festen Ansprechpartner für Jugendliche im Rathaus einrichten. Dieser solle auf kurzem Wege für junge Leute erreichbar sein und deren Wünsche und Ideen aufnehmen. „Die Jugendlichen sollen einen Teil des Weges mitgestalten.“

Mehr Möglichkeiten der Mitgestaltung sollen auch die einzelnen Dörfer bekommen. Dafür wollen alle Kandidaten die Kommunikation mit den Dorfvorstehern stärken. Außerdem setzen die Bewerber auf regelmäßigen Austausch. So sollen die individuellen Wünsche und Nöte der Dörfer schneller erkannt werden. Hans-Werner Salomon stellt sich sogar ein eigenes Dorfentwicklungskonzept vor. Auch sollen die Dörfer nach seiner Planung ein eigenes Budget bekommen, das vom Dorfvorstand verwaltet wird.

Einen kurzen Moment der Aufregung gab es am Ende der Vorstellungsrunde, als die Kandidaten ihre Vision für Malente im Jahr 2036 schildern sollten. Alle vier sehen für Malente blühende Landschaften und viele Touristen. Der Eckernförder Meyer sieht Malente sogar noch vor seiner Heimatstadt stehen, Christian Witt wünscht sich ein Malente, dass auch seine Kinder noch ihren Kindern zeigen können und Tanja Rönck schwebt eine neue, schöne Ortsmitte für Einheimische und Besucher vor. „Wir haben mehr Einwohner, keine Schulden und keine Sorgen mehr“, träumte Hans-Werner Salomon. Ein Traum, von dem sich ein Zuschauer laut artikulierend doch „verarscht fühlte“.

Am Mittwoch, dem 19. Mai, treffen die vier Kandidaten ein letztes Mal aufeinander. Die Veranstaltung in der Alten Schule Benz beginnt um 19 Uhr und wird wieder von Susanne Peyronnet und Bernd Schröder moderiert.  


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erstellt am 06.Mai.2016 | 18:00 Uhr

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