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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

„Ein Vorbild für die Biogasbranche“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Land fördert technische Lösung zur flexiblen Stromerzeugung durch Bioenergie

Eines der zentralen Probleme der Energiewende ist die schwankende Stromproduktion durch Wind- und Sonnenenergie. Das Unternehmen Bioenergie Lebrade-Rixdorf will nun mit einem Pilotprojekt Abhilfe schaffen. Das Ziel: die technische Anpassung einer Biogasanlage zur bedarfsgerechten Energieerzeugung. Fast 180  000 Euro Fördermittel erhält Bioenergie Lebrade-Rixdorf dafür vom Land. Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle überreichte gestern den Förderbescheid an die Gesellschafter des Unternehmens, Käthe Hirschberg und Matthias Graf von Westphalen. Das 2011 gegründete Unternehmen will so neue Arbeitsplätze schaffen und bestehende Arbeitsplätze langfristig sichern. Es will eine für den Dauerbetrieb ausgelegte Biogasanlage so umrüsten, dass eine flexible Stromproduktion möglich ist.

Die nachfrageorientierte Produktion erneuerbarer Energien sei eine der größten Herausforderungen der Energiewende, sagte Nestle. Sollte Bioenergie Lebrade-Rixdorf eine derartige technische Lösung entwickeln, „ist das ein herausragender Erfolgs- und Wachstumsfaktor und darüber hinaus ein Leuchtturmprojekt für Schleswig-Holstein“, so Nestle. „Gerade vor dem Hintergrund einer stark schwankenden Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und hoher Preisdifferenzen am Strommarkt verspricht das Projekt positive Effekte.“

Der Hintergrund: Bioenergie Lebrade-Rixdorf betreibt eine Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk, das pro Jahr etwa 4,7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Über ein Nahwärmenetz versorgt das Unternehmen so insgesamt 90 Haushalte der Gemeinden Lebrade und Rixdorf sowie einen landwirtschaftlichen Betrieb vollständig mit erneuerbarer Energie. Die Anlage läuft bisher im Dauerbetrieb und erzeugt dabei zusätzlich durchschnittlich 3 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Der erhöhte Energiebedarf in verbrauchsintensiven Zeiten – die so genannte Spitzenlastversorgung – wird über eine Hackschnitzelheizung ausgeglichen.

Damit die Biogasanlage in Zukunft so auch diese Spitzenlastversorgung übernehmen und nach Bedarf Strom produzieren kann, wird sie nun auf einen intensiven Start-Stopp-Betrieb umgestellt. Das Land Schleswig-Holstein fördert nun die notwendigen technischen Maßnahmen, die Bioenergie Lebrade-Rixdorf gemeinsam mit den Herstellern der technischen Komponenten (Blockheizkraftwerk, Gasspeicher, Wärmespeicher und Steuerung) entwickelt. Dazu investiert das Unternehmen in ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von zwei Megawatt, einen Biogasspeicher (Fassungsvermögen: 15  000 Kubikmeter), in dem das erzeugte Biogas zwischengespeichert werden kann sowie einen Wärmepufferspeicher mit einer Kapazität von 1000 Kubikmetern. Auch in diesem kann Wärme zwischengespeichert werden. Sensoren überwachen die unterschiedlichen Füllstände der Anlagen und eine innovative Steuerung soll die Stromproduktion nach Bedarf anpassen.

„Dieses Projekt kann entscheidend dazu beitragen, dass wir die schwankende Stromproduktion durch Wind- und Sonnenenergie in Zukunft besser ausgleichen können“, so Nestle. „Es ist ein Vorbild für die Biogasbranche.“

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erstellt am 18.Aug.2016 | 12:12 Uhr

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