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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

Ein Teppich als Gastgeschenk

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jugendgruppe des Sereetzer SV überreicht handgewebten Teppich vom Aufenthalt in der Region Antalya an den Lübecker Bürgermeister

Eine Begegnung auf dem Pausenhof der „Murat-Irfan-Ilk-Schule“, einer Grundschule in Muratpasa, hat sich Sabrina Rattunde besonders eingeprägt. Auf dem Hof entwickelte sich eine Begegnung zwischen der Jugendgruppe des Sereetzer SV, die mit Unterstützung des Programms „Erasmus plus“ der Europäischen Union und der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke in die Region Antalya gereist war, und türkischen Schulkindern. „Eigentlich haben wir dort spontan Halt gemacht, weil eine Schülergruppe aus Kassel kurzfristig ihre Türkeireise abgesagt hatte“, erläutert Jürgen Grimm, der die Reise organisiert hatte. Letztlich wurde es ein Treffen mit viel Sport, aber noch mehr Herzlichkeit.

Diese Episode ist ein Beispiel, an dem Sabrina Rattunde, Alexander Bronnert, Andreas Kasch und Jürgen Grimm dem Lübecker Bürgermeister das Klima schilderten, in dem die Türkeireise nach den Terroranschlägen von Istanbul und den Diskussionen um Satire von Extra3 und Jan Böhmermann stattgefunden hat. Anlass des Besuchs im Lübecker Rathaus war ein handgeknüpfter Teppich, den das Quartett überreichte. Saxes Amtskollege Turgay Genc aus Dösemealti, das ist ein Stadtteil von Antalya, hatte den Teppich auf den Weg gebracht.

Die Reisegruppe des Sereetzer SV brachte eine Fülle von Erinnerungen mit: Sabrina Rattunde und Alexander Bronnert berichteten von zahllosen Kennenlern- oder Icebreakerspielen, einem Fototermin auf einem Torbogen in zehn Metern Höhe, einem Raftingausflug, einem Fußballspiel gegen den Club Antalya 1207, der in der 2. türkischen Frauenliga spielt und je eine U17- und U19-Nationalspielerin in seinen Reihen hat, und einem gemeinsam eingeübten türkischen Volkstanz. Die Deutschen waren in einem Touristenhotel untergebracht, vor allem aus Sicherheitsgründen, denn diese Hotels werden besonders bewacht. Während die erwachsenen Begleiter zeitweise vor allem die Sicherheit im Kopf hatten, war eine Gefährdung für die deutschen Sportlerinnen und Sportler kein Thema. „Daran haben wir überhaupt nicht mehr gedacht, als wir türkischen Boden betreten haben“, sagt Alexander Bronnert. Ein außergewöhnliches Erlebnis sei der Besuch in einer Berghütte mit einer spontanen Essenseinladung gewesen, stellten die beiden Jugendlichen fest.

Der Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe war von der Initiative des Sereetzer SV angetan: „Sie haben gezeigt, dass ein Sportverein nicht nur Tore und Punkte erzielen kann, sondern auch bei der Vermittlung von kulturellen Techniken wertvolle Arbeit leisten kann.“ Die Tour stand unter dem Titel „Different Life – Same Tolerance“, den Sabrina Rattunde betont: „Es hat sich gezeigt, dass wir, die türkischen Jugendlichen und wir gar nicht so unterschiedlich sind.“

Spätestens beim spontanen Fußballspiel der Jungen und dem Volleyballspiel der Mädchen auf dem steinigen Grundschulhof war klar, dass es mehr Verbindendes als Trennendes gibt. Selbst die Klingel, die die Pause beendete, konnte das sportliche Geschehen nur schwerlich beenden. „Die Kinder haben aus den Fenstern geguckt und uns zugewunken, an Unterricht sei nach unserem Besuch kaum zu denken gewesen, hat uns der Schulleiter berichtet“, sagte Jürgen Grimm.

„Solche Projekte sind enorm wichtig, wenn man das Verständnis für andere Länder und Kulturen wecken will“, meinte Bernd Saxe. Die Sereetzer haben sich übrigens als erstklassige Botschafter erwiesen. Die Gruppe sei allerorten für ihr vorbildliches Verhalten gelobt worden.

Der Sereetzer SV ist deutschlandweit bislang der einzige Sportverein, der für eine Unternehmung vom Erasmus-plus-Programm gefördert worden ist. Das muss nicht so bleiben. „Wenn sich andere Sportvereine aus Lübeck oder dem Kreis Ostholstein ein Beispiel nehmen wollen, bin ich gerne bereit, unsere Erfahrungen weiterzugeben“, sagte Jürgen Grimm, der telefonisch unter 0176/95848208 und per Mail unter juergen.grimm@rangenberg.de zu erreichen ist.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 20:38 Uhr

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