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Ostholsteiner Anzeiger

23. September 2014 | 16:20 Uhr

Ein Stückchen Sylt für die Seekoppel

vom

Ein Timmdorfer Bürger ist die "hässliche Straßenlaterne" vor seinem Haus leid. Jetzt besorgt er auf eigene Kosten eine neue Lampe

Timmdorf | Seine Entscheidung, von Elmshorn nach Timmdorf direkt an den Dieksee zu ziehen, hat er nie bereut. Nur eines stört Volker Struve: Die "hässliche Straßenlaterne" direkt vor seinem Grundstück. Fast vier Jahrzehnte hatte der 78-Jährige die Laterne immer wieder vor Augen, doch das soll nun bald ein Ende haben. Demnächst wird ein hochmodernes LED-Licht vor seinem Haus in der Seekoppel erstrahlen: Eine Lampe vom Typ "Markt Schwaben" des bayrischen Herstellers "Bergmeister Leuchten".

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Möglich macht dies Volker Struve selbst. Der gelernte Film-Regisseur und langjährige Geschäftsführer einer Margarine-Fabrik in Elmshorn erklärte sich bereit, die Kosten für die neue Leuchte selbst zu tragen, wenn die Gemeinde einverstanden sei, den Umbau vor seinem Grundstück zu übernehmen. Je nach gewähltem Mast (Bronze oder Stahl) kostet Struve die neue Lampe zwischen 1500 und 1900 Euro. Welche Lampe es sein solle, stand für den gebürtigen Sylter schnell fest: Das Modell war ihm in Kampen aufgefallen.

Als Struve seine Idee am Mittwoch im Malenter Planungsausschuss vortrug, machte sich spontan Begeisterung breit: Von einem "tollen Ansatz" sprach Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren. Doch dann kamen dem einen oder anderen auch Bedenken: SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning (SPD) stellte etwa die grundsätzliche Frage, wie die Gemeinde damit umgehen wolle, wenn jetzt auch andere Bürger auf die Idee kämen, sich ihre eigene Lampe zu kaufen. Das könne dann ein Nebeneinander verschiedenster Lampentypen ergeben. Die nächste Laterne stehe mindestens 150 Meter weg, beruhigte Struve. Und es sei die letzte von fünf Lampen in der Seekoppel.

Bedenken von Jan Krützfeldt (Freie Wähler), die Gemeinde sei so klamm, dass sie sich auch den Austausch der Lampe nicht leisten könnte, versuchte Bauamtsleiterin Britta Deubel zu entkräften. Sie wies darauf hin, dass die Gemeinde im Gegenzug auch Strom spare, da die neue Lampe weniger Energie benötige. Am Ende zeigte sich zwar nicht jeder Gemeindevertreter völlig überzeugt. Dennoch stimmte der Ausschuss bei zwei Enthaltungen für den Vorschlag von Volker Struve.

Der Timmdorfer freut sich, dass in seiner Straße nun der Fortschritt Einzug erhält, schließlich sei die alte Laterne schon längst nicht mehr aktuell: "Als ich mir in den 1960er Jahren eine Fleischmann-Eisenbahn gekauft habe, war diese Lampe schon dabei", erinnert sich Struve an das Zubehör der Modellbahn.

Wenn die Lampe steht, soll sie auch als Vorzeigeobjekt dienen. Struve sieht den Lampentausch auch als Anregung für andere Bürger, sich mit Ideen zur Ortsverschönerung zu Wort zu melden. Vielleicht bringt er ja auch seine Nachbarn auf den Geschmack und sie sorgen für einen Austausch der übrigen vier Laternen.

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erstellt am 04.Mai.2012 | 07:23 Uhr

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