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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 18:36 Uhr

Ein Porträt zum 250. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Günther Fielmann stiftete dem Kreismuseum ein neues Werk des Plöner Malers Gröger / UrUrUrUr-Neffe Grögers war dabei

353 Porträts hat der bedeutende Maler Friedrich Carl Gröger in seinem Künstlerleben geschaffen. Zehn davon hängen im Kreismuseum seiner Heimatstadt Plön. Das elfte Porträt ist gestern von Jana Burchert, der stellvertretenden Fielmann-Niederlassungsleiterin in Plön, an Museumsleiterin Julia Meyer übergeben worden. Anlass war der gestrige 250. Geburtstag des Künstlers. Als Überraschung war Dr. Martin Sonnabend bei der kleinen Feierstunde dabei. Gröger ist sein UrUrUrUr-Großonkel.

Friedrich Carl Gröger wurde am 14. Oktober 1766 in Plön gegenüber der Stadtpfarrkirche geboren. Nach verschiedenen Versuchen, ein Handwerk zu lernen (Schneider, Drechsler) besuchte er 1789 bis 1792 die Berliner Kunstakademie, während er zuvor bereits als Miniaturmaler hervorgetreten war. In Plön und Lübeck hatte er das Malerhandwerk erlernt und entwickelte sich nach der Jahrhundertwende in Lübeck, nach 1814 in Hamburg, zum namhaftesten Porträtmaler Norddeutschlands.

Besuche in den Galerien in Dresden und besonders in Paris machten ihn mit den modernsten künstlerischen Bestrebungen bekannt und veränderten seine Palette. Von Lübeck und Hamburg aus bereiste Gröger auch Schleswig-Holstein und Kopenhagen und schuf zahlreiche Porträts der Adelswelt und des Bürgertums im beginnenden Biedermeier. Früh entdeckte er gemeinsam mit seinem Freund, Kollegen und Ateliergenossen Heinrich Jacob Aldenrath, die Technik der Lithographie für die Vervielfältigung seiner Porträts, berichtete Jürgen Ostwald, Kunsthistoriker bei Fielmann.

Als Geschenk Günther Fielmanns für das Kreismuseum in Plön überreichte Jana Burchert das Bildnis von Henriette Gleichmann von Oven aus den Jahren um 1820. Sie war verheiratet mit Theodor Georg Gleichmann von Oven, einem Hamburger Großkaufmann, Reeder und Schiffbauer. Die Familie Gleichmann von Oven (Henriette war eine geborene von Wächter und stammte aus einer holsteinischen Gutsbesitzerfamlie, war aber in Hamburg geboren) gehörte zu jenem bürgerlichen Geldadel Hamburgs, dem Gröger seine Porträtaufträge verdankte. Zugleich hatte er auch zahlreiche Porträts für schleswig-holsteinische und dänische Adelsfamilien sowie für die königliche Familie in Kopenhagen geschaffen. Gröger starb im November 1838 in Hamburg.

Dr. Martin Sonnabend freute sich darüber, dass Fielmann seinen Ahnen so ehrt. Das Porträt sei im Kreismuseum in guten Händen. Er selbst werde drei Gröger-Bilder erben und auch Verwandte hätten Gröger-Porträts – darunter seine 92-jährige Mutter ein Selbstbildnis, sagte Sonnabend und weckte unausgesprochene Begehrlichkeiten im Kreismuseum. Die „lebendige Begeisterung“ von Museumsleiterin Julia Meyer habe Sonntag fasziniert.  

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erstellt am 14.Okt.2016 | 12:48 Uhr

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