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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 03:36 Uhr

Eile mit Weile beim Klimaschutz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malente lässt sich bei Entscheidung über einen Klimaschutzbeauftragten Zeit. Bei Lampen-Umrüstung auf LED zahlte sich Zögern aus

Die Entscheidung wurde vertagt: Der Umweltausschuss sah sich am vergangenen Donnerstag außer Stande zu entscheiden, ob Malente einen Klimaschutzbeauftragten einstellen soll, wie es im integrierten Klimaschutzkonzept der Gemeinde vorgesehen ist. „Ich brauche da einfach mehr Informationen“, erklärte Ausschussvorsitzender Heiner Woller (SPD). Ihm erschließe sich nicht so ganz, welche Aufgaben der Klimaschutzbeauftragte erfüllen solle.

Um mehr Klarheit zu gewinnen, soll die Verwaltung nun erneut versuchen, den Klimaschutzmanager der Gemeinde Ratekau in den Ausschuss zu laden. Auf dessen Erläuterungen hatte der Ausschuss eigentlich schon für diese Sitzung gehofft, jedoch hatte der Klimaschutzmanager aus dienstlichen Gründen keine Zeit.

Das Gehalt eines Klimaschutzmanagers könne bei einer Fehlbedarfsgemeinde mit bis zu 90 Prozent gefördert werden, erläuterte ein Mitarbeiter des Bauamts. Damit ein solcher Mitarbeiter handlungsfähig sei, benötige er jedoch auch ein Budget. Dabei werde im Klimaschutzkonzept von 50  000 Euro – einschließlich Gehalt – ausgegangen. Aufgabe des Klimaschutzbeauftragten solle sein, Einsparmöglichkeiten im Bereich Energie und Wasser in der Gemeinde auszuloten und Konzepte als Grundlage für die Gewährung von Fördermitteln zu liefern.

Verabschiedet hat sich der Ausschuss von der Idee, dass die Gemeinde Ladestationen für Elektroautos bereitstellen könnte. Allerdings sei die Gemeinde derzeit in Verhandlungen mit den Eutiner Stadtwerken, die beabsichtigten, Ladestationen zur Verfügung zu stellen, hieß es von der Verwaltung.

Günstig zu haben sein wird für die Gemeinde ein Dachflächenkataster, das auch private Dächer auflisten soll, die sich für den Bau einer Solaranlage eignen. Die Gemeinde lasse beim Erstellen eines Katasters für die Oberflächenentwässerung ohnehin Luftbildaufnahmen aller Grundstücke anfertigen, erklärte Bauamtsmitarbeiter Karlheinz Spindler. Diese könnten auch als Basis für ein Dachflächenkataster dienen.

Besser als erhofft kommt die Gemeinde bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik voran. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 20 Prozent umgebaut“, berichtete Spindler. Er machte darauf aufmerksam, dass sich die zunächst zögerliche Haltung der Gemeinde bei der Umrüstung nun auszahle. Nicht nur der Preis pro Lampe sei von rund 400 auf 230 Euro gesunken, sondern auch ihr Energieverbrauch: von 21 bis 23 Watt auf inzwischen 11 bis 14 Watt. „Das sagt eindeutig, dass Langsamkeit auch belohnt werden kann“, folgerte mit einem Augenzwinkern der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Redepenning. In der Vergangenheit war Kritik daran laut geworden, dass die Gemeinde Förderprogramme zur Umrüstung der Laternen auf LED-Technik „verschlafen“ habe.

Jetzt wollen Bauamt und Bauhof bei der Umrüstung jedoch eine Schippe drauflegen. „Wir werden im nächsten Jahr etwas mehr machen als in diesem Jahr“, kündigte Spindler an. Damit nutze man die derzeit günstige Personalsituation mit einem zusätzlichen Elektriker.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 12:34 Uhr

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