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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

DRK-Ortsverein Plön vor Neubeginn

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Alter Plöner DRK-Vorstand wurde am Donnerstagabend abgewählt / Die ehemalige Leitung der Kindertagesstätte soll zurückkommen

Der Ortsverein Plön des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) startet durch zu einem Neuanfang. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit zwischen dem Vereinsvorstand auf der einen, der Kita-Leitung und den Eltern auf der anderen Seite. Im Raum standen und stehen diverse Vorwürfe gegen die – nunmehr ehemalige – Vereinsspitze. So hatte die Elternvertretung in einem Brief an den Kreis das Agieren des Vereinsvorstandes moniert und eine Liste mit in ihren Augen von Unzulänglichkeiten und Versäumnissen eingereicht.

Das Klima der Mitgliederversammlung am Donnerstag in der „Fegetasche“ vor Beginn der Sitzung war entsprechend gespannt. Das DRK war durch den 2. Vorsitzenden des Ortsvereins, Christoph Timm, vertreten. Der 1. Vorsitzende Tobias Hartmann, der im Mittelpunkt der Kritik von Eltern und Mitglieder stand, hatte sich krankheitshalber entschuldigt. Außerdem waren Vertreter des DRK-Kreisverbandes anwesend.

„Die Dinge sind heute nicht viel unproblematischer als vor der Wahl des letzten Vorstandes“, umriss DRK-Verbandsjustiziar Hans-Jürgen Clausen die Ausgangslage. „Wir möchten, dass der Ortsverein wieder in der Lage ist, die Aufgaben des DRK zu erfüllen.“ Die Kita als Gebäude müsse dringend saniert werden, ebenso wie die Organisation des Ortsvereins. Dies sei eine „Sisyphos-Arbeit“. Aus diesem Grund bot der DRK-Kreisverband seine Kooperation und Hilfe bei den kommenden Aufgaben an. „Es geht um Menschlichkeit, die wir seit Jahren vermissen“, kam aus dem Plenum zurück.

Ziel des Abends war und blieb deshalb die Abwahl des alten und die Wahl eines neuen Vorstandes. Dies war letztlich nur noch eine Formalie. „Was Sie an Porzellan zerstört haben, habe ich noch nicht erlebt“, sagte ein Anwesender. Die Abwahl Hartmanns und seines Stellvertreters erfolgte dann auch mit nur einer Gegenstimme (durch Hartmanns Ehefrau) und Timms mit nur zwei Enthaltungen.

Auf Vorschlag der Anwesenden wurde der neue 1. Vorsitzende dann offen gewählt. Nominiert war der Psychotherapeut Paul Barin, der von den Antragstellern für eine Neuwahl bereits als Sprecher bevollmächtigt war. Er wurde mit zwei Gegenstimmen gewählt.

„Ich weiß, was auf mich zukommt, bis jetzt gibt es große soziale Inkompetenz in der Kita. Die Situation ist sehr verfahren. Ich weiß, dass der Verein marode ist wie das Haus, aber man kann beides sanieren“, sagte er zu seiner Wahl. Er setze deshalb auf größte Transparenz bei künftigen Entscheidungen.

Zum 2. Vorsitzenden wurde der Rechtsanwalt Ulf Grünke gewählt. Bislang gab es keinen Kassenwart, Schriftführer oder Beisitzer, nun wurden nun Anja Rosenbaum, Melanie Rosenbaum sowie Rainer Ziegler und Markus Rath in diese Ämter gewählt. Auch ihre Wahl erfolgte einstimmig. Damit steht zwar der Vorstand für einen Neuanfang, die Probleme der Kita sind damit aber noch nicht gelöst. In einem ersten Schritt beschloss der neue Vorstand, die von Hartmann entlassene Einrichtungsleiterin der Kita wieder einzustellen. Die Sanierung der Kita selbst soll durch die Aufnahme eines 400  000 Euro hohen Darlehens schrittweise erfolgen. Durch die Abwesenheit des ehemaligen Vorsitzenden – und damit eines Rechenschaftsberichtes und einer Kassenprüfung – wurde der alte Vorstand ausdrücklich nicht entlastet. Nach Angaben von DRK-Justiziar Clausen läuft derzeit eine Kassenprüfung durch einen unabhängigen Steuerberater.

Er kündigte gleichzeitig an, dass der DRK-Kreisverband Ostholstein an dem Vorhaben arbeite, die Trägerschaft für alle DRK-Kindergärten in seiner Region in eine gemeinnützige GmbH zu überführen, um so eine professionelle pädagogische und wirtschaftliche Führung zu gewährleisten.  

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erstellt am 30.Jun.2016 | 11:23 Uhr

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