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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Plön : DRK-Kita droht die Schließung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Krach in den Ferien: Kinder könnten wegen Streits zwischen Stadt und Betreiber nach den Ferien auf der Straße stehen

Ein seit Monaten schwelender Streit zwischen dem DRK-Ortsverein Plön und der Stadt um den DRK-Kindergarten in der Rautenbergstraße droht zu eskalieren: 70 Kinder könnten nach den Ferien vor geschlossenen Türen stehen. Wenn es keine schnelle, neue Lösugn gibt, muss die Kindertagesstätte geschlossen werden.

Nach OHA-Informationen ist der Vertrag mit der Stadt Plön zum 31. Juli vom DRK-Ortsverein gekündigt worden – allerdings vom alten Vorstand, der mittlerweile in einer Mitgliederversammlung durch einen neuen ersetzt worden ist (wir berichteten). Die Stadt hatte sich nach den Turbulenzen im DRK-Kindergarten für eine Fristverlängerung bis zum Jahresende stark gemacht, um bis dahin einen neuen Betreiber zu finden. Im Gespräch ist dafür der DRK-Kreisverband Ostholstein, der alle DRK-Kindergärten unter das Dach einer gemeinnützigen GmbH bringen will. Wie intern verlautete, wollte auch der alte Vorstand die Kita in diese GmbH einbringen. Wörtlich heißt es in dem Vertrag: „Zu diesem Zeitpunkt (31. Juli 2016 – Red.) soll die Kindertagesstätte in eine neue Trägerschaft übergehen.“

Das Angebot der Stadt Plön, den Vertrag unter der neuen Situation nun bis zum Jahresende zu verlängern, hat der neue Vorstand des DRK-Ortsvereins jedoch nach eigenen Angaben abgelehnt. „Das können wir nicht unterschreiben“, sagt der 2. Vorsitzende Ulf Grünke dem OHA. „Wir haben kein Interesse an einer Aufhebung, das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen den Vertrag bis zum Ende der regulären Laufzeit 2017 erfüllen. Wir pochen auf der Einhaltung des Vertrages.“

Zur Begründung heißt es, die Kündigung zum 31. Juli 2016 sei vom alten Vorsitzenden und dessen Vertreter ohne Information an die Mitglieder unterzeichnet worden und damit auch nicht rechtsgültig. Der alte Vorstand sei mittlerweile auch entlassen worden. Derzeit versuche der neue Vorstand, die finanzielle Situation des Ortsvereines zu klären. Zudem arbeite man an einem neuen tragfähigen Konzept.

Sollte die Stadt weiter auf der Aufhebung des Vertrages bestehen, bedeute dies konkret, dass der Kindergarten geschlossen werde, die 70 Kinder in drei Wochen vor verschlossener Tür stünden und die Arbeitsverträge mit den 14 Mitarbeitern fristlos gekündigt würden. „Diese für alle Beteiligten äußerst negativen und bedauerlichen Konsequenzen hat allein die Stadtverwaltung Plön zu verantworten“, heißt es dazu in einem Schreiben des DRK-Vorstandes.

Der Stadt Plön sei an einer finanziellen Klärung der Situation in der Kindertagesstätte gelegen, erfuhr der OHA im Rathaus. Die Kita-Unterlagen wurden aktuell durch ein Steuerbüro auch im Hinblick auf mögliche rechtliche Konsequenzen geprüft, bestägigte der DRK-Justitiar Hans-Jürgen Clausen dem OHA. Sollte es jedoch keine Einigung geben, würde vom 1. August an kein Finanzierungsvertrag der Stadt mit dem Ortsverein für die Kita mehr bestehen. Ohne Geld der Stadt aber dürfte die Trägerschaft der Einrichtung für den Verein unmöglich werden; immerhin soll es um 20  000 Euro gehen.

Hinzu kommt, dass die Einrichtung selbst dringend saniert werden muss. Unklar ist, ob die Förde-Sparkasse auch ohne den DRK-Kreisverband als Träger einen Kredit über 400  000 Euro zur Sanierung des Kindergartens bereitstellt. Nach einer erneuten Krisensitzung gestern verlautete seitens des Kreises Plön: „Der Grund (zur Sorge) sind finanzielle Unregelmäßigkeiten und erhebliche Probleme in der Geschäftsführung.“ Im Kostenvergleich mit anderen Kitas habe sich die DRK-Einrichtung als die teuerste in der Stadt erwiesen. Die Hoffnung, dass sich dies ändern würde, habe sich auch durch einen externen Wirtschaftsprüfer 2015 nicht erfüllt. Abgesprochene Höchstbeträge seien zum Teil in fünfstelliger Höhe überzogen worden.

Fazit gestern: Die Kündigung zum 31. Juli bleibt aus Sicht der Stadt gültig. Für die Kinder werde nach einer zeitnahen Lösung gesucht: eine Verteilung auf andere Kitas, sagte die Stadt. Der DRK-Ortsverein Plön soll bereits angedroht haben, die Eltern mit den Kindern zu einem Protest vor dem Rathaus aufzufordern.

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erstellt am 30.Jul.2016 | 04:00 Uhr

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