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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Diskussion um gespendete Nachhilfe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schülerhilfe will Stadt Gutscheine für benachteiligte Kinder schenken

Darf die Stadt eine Spende der Schülerhilfe annehmen, um sozial benachteiligten Kindern aus Eutin dort Nachhilfestunden zu ermöglichen? Ja, sie darf. So zumindest lautete die knappe Entscheidung (sechs dafür, fünf dagegen) der Hauptausschussmitglieder nach einer doch unerwarteten Diskussion am Dienstagabend.

Grund dafür waren drei Lern-Gutscheine im Wert von insgesamt 894 Euro, die die Schülerhilfe der Stadt anlässlich ihres 20. Geburtstages für benachteiligte Kinder am Sonnabend überreichen will.

Der zu diesem Empfang eingeladene Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU) zweifelte selbst als Erster an der Richtigkeit der Annahme: „Das könnte die Firma auch selbst aus ihren Werbemitteln machen. Und überhaupt besteht ja dann die Problematik: Wen sollen wir aussuchen?“ Eike Diller (Grüne) versuchte das Anliegen der Schülerhilfe deutlich zu machen: „Die Firma versucht in dem Ort, in dem sie tätig ist, etwas Gutes zu tun. Wer ausgesucht wird, müssen gar nicht wir selbst entscheiden.“ Caroline Busse (SPD) warf ein: „Dafür haben wir schließlich genug kompetente Ansprechpartner und Ämter, die das entscheiden können. Ich sehe in der Annahme kein Problem, wenn damit Kindern geholfen wird.“

Das sah Elgin Lohse (CDU) anders: „Hier geht es darum, ein Produkt mit dem Stadtwappen zu versehen. Gutscheine verschenken, könnten sie auch ohne die Stadt. Wir wollen uns hier nicht vor den Karren spannen lassen.“ Dies verwundert, denn vor knapp sechs Jahren nahm Lohse selbst als stellvertretende Bürgermeisterin strahlend Lern-Gutscheine im Wert von 720 Euro der Schülerhilfe entgegen, die der Stadt von der Schülerhilfe anlässlich des Umzugs von der Plöner Straße an den Markt geschenkt wurden. Die Gutscheine für benachteiligte Kinder bekam damals Sozialarbeiter Christoph Horst-Paaschburg. Von einer Diskussion um die Annahme der Spende findet sich allerdings nichts in den Archiven.

Schülerhilfe-Chef Axel Jakobi erklärt auf Nachfrage: „Wir wollen nur etwas Gutes vor Ort tun und das hat bei uns schon Tradition. Zur Eröffnung, zum Zehnjährigen und zum Umzug haben wir immer Lern-Gutscheine überreicht.“ Die Summe aus dem beschiedenen Antrag stimme laut Jakobi aber nicht: „Wir schenken drei Mal Gutscheine im Wert von 447 Euro. Das reicht für drei Kinder drei Monate lang, wenn sie zwei Mal wöchentlich kommen.“

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erstellt am 08.Sep.2016 | 00:41 Uhr

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