zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

„Diese LGS ist ein voller Erfolg“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die ersten 80 Tage der Landesgartenschau in Eutin sind vorüber – Zeit für einen erstes Fazit: Was lief gut, was nicht und was kommt noch

Die Besucherzahl liegt zur Halbzeit der Landesgartenschau (LGS) etwa 27 Prozent unter den Erwartungen der LGS-Geschäftsführer. Im Interview verraten sie, mit welchen Maßnahmen sie die Touristen vom Strand locken wollen und was die Besucher bis 3. Oktober erwartet.

Die Dauerkartenverkäufe haben ihre Erwartungen übertroffen, die Tageskarten liegen zurück. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz heute aus?

Bernd Rubelt: Wir haben einen furiosen Start hingelegt und sehr viel persönliche Begeisterung von Eutinern und Gästen verspürt, was uns einen enormen Schwung gab und die Mühen der Vorbereitungen vergessen ließ. Die Menschen sind wirklich begeistert, diese LGS ist ein Erfolg.

Martin Klehs: Ich freue mich, dass die Gartenschau auch betrieblich so funktioniert, wie wir uns das gedacht haben. Die beiden Befragungen, die wir auf dem Gelände gemacht haben, ergaben, dass mehr als 95 Prozent der Gäste zufrieden sind und zwar egal, ob sie aus der Region kommen, Eutin oder Tagestouristen von der Ostsee sind. Uns ist es gelungen eine Begeisterung zu entwickeln und sie einzuladen für 2017/18/19 wiederzukommen, zu zeigen, dass Eutin einen Besuch wert ist. Das ist ein wichtiges Thema.

Sie sprachen gerade die Umfrage auf dem Gelände an. Was gefällt den Besuchern denn am meisten und wo mussten Sie nachsteuern?

Rubelt: Die beliebteste Fläche ist die Stadtbucht, die ist der Kracher. Das freut mich persönlich sehr, nachdem ich so viel Arbeit und Ärger damit hatte. Über die große Zahl der 11  300 Dauerkarten sehen wir aber, dass wir die Menschen damit erreicht haben, der Zuspruch in der Region ist enorm groß. Als weitere Highlights werden die Hausgärten, die Spielflächen im Seepark, der Küchengarten und die Blumenschauen genannt.

Klehs: Nachgesteuert haben wir beispielsweise bei den Öffnungszeiten am Eingang Stadt und damit einhergehend auch bei der Gastronomie, die am Platz dann auch entsprechend länger geöffnet hat. Auch die Weinbar im Küchengarten hat länger auf und die Eiswagen werden jetzt besser angenommen als vorher, sodass auch die häufiger und länger öffnen als zu Beginn. Ebenso haben wir festgestellt, dass längst nicht alle Besucher, die in die Stadtbucht gehen, auch den Seepark besuchen. Das liegt wohl auch an der Größe des Geländes. Insofern haben wir die Bespielung der Seepark-Bühne zurück gefahren und die Akteure in andere interessante Areale gebracht wie das Bauhofareal oder die Kulturgärten. Damit sie eine Plattform haben, auf der sie auch gesehen werden.

Was versuchen Sie jetzt, um noch mehr Tagestouristen zu locken und woran lag es bisher, das Ihre Erwartungen untertroffen worden?

Klehs: Ganz klar am Wetter. Die ersten Tage waren kühl und nass, dann war es sehr heiß und da gehen viele erstmal an den Strand und jetzt ist es doch eher unbeständig. Außerdem gibt es jetzt auch viele Alternativangebote für Touristen, wenn gerade kein Strandwetter ist. Unser Ziel ist deshalb ganz klar mit zusätzlichen Maßnahmen an den Strand zu gehen und zu zeigen, das wir eine Gartenschau für alle sind und welche tollen Freizeitangebote wir neben all den Spielgeräten, dem Stand-up-Paddling und dem Tretbootverleih noch haben.

Rubelt: Das war auch Thema im Hauptausschuss, dem wir regelmäßig berichten. Das wichtige Signal: Die Stadtvertreter stehen hinter uns und unterstützen die zusätzlichen Aktivitäten. Sie haben unser Problem des begrenzten Werbeetats verstanden. Es ist schwierig mit begrenzten Mitteln auf Märkten in Hamburg und Lübeck so durchzustoßen, das auch ankommt, was wir hier tolles machen.

Was für Maßnahmen sind konkret geplant?

Klehs: Wir haben von Anfang an vorgehabt mit der Promotion am Strand mit Beginn der Ferienzeit gezielt zu starten. Wir werden jetzt aber die Teams verstärken.

Das heißt?

Rubelt: Wir verdoppeln von zwei auf vier Teams. Mitarbeiter von uns werden jetzt nicht mehr so intensiv in der Fläche gebraucht und gehen mit auf Tour, die zweite Hälfte wird mit Studentenjobs aufgefüllt, sodass immer ein Erfahrener und ein Neuling im Team ist, um eine gute Mischung zu haben.

Klehs: Apropos Team. Wir haben ja nun wirklich ein relativ kleines Team im Forsthof, aber jeder einzelne kämpft und arbeitet fast Tag und Nacht daran, dass diese LGS zum Erfolg wird, das ist klasse.

Hatten Sie Schäden zu verzeichnen bei all den Regengüssen der vergangenen Zeit?

Rubelt: Ja. Ein paar Zelte von Veranstaltern sind kaputt gegangen, sonst aber nichts. Wir hatten ein paar Auswaschungen im Gelände und für den Treffpunkt Grün ging es um wenige Zentimeter. Wir haben da wirklich alle vereint gegen das Wasser gekämpft und der umgestaltete Lindenbruchgraben hat funktioniert, das war toll zu sehen. Wenn das so katastrophal wie in Bayern abgelaufen wäre, hätten wir sicher mehr Schäden gehabt.

Klehs: Es ist ja auch eine Frage der Verantwortung – den Besuchern und Mitarbeitern gegenüber. Es ist immer die Frage, wann räumt man ein Gelände – bei Sturm- oder Gewitterwarnung? Das ist wirklich eine schwierige Entscheidung. Und wir hatten Nachpflanzungen beim Wechselflor im Schlossgarten. Der hat den rund 300 Gänsen wohl sehr gut geschmeckt, deshalb haben wir da jetzt auch den kleinen Zaun drumherum.

Haben Sie schon mal geräumt?

Rubelt: Ja, beim Starkregen einmal gesamt und bei den Gewitterstürmen einzelne Bereiche wie den Seepark. Da müssen wir um Verständnis bitten bei den Besuchern, das ist nicht immer so angekommen aber die Haftungsregeln sind da wirklich eindeutig.

Welche Höhepunkte erwarten die Besucher in der zweiten Hälfte?

Rubelt: Wir setzen dem Schlossgarten noch ein großes Sahnehäubchen auf, in dem wir dort Ende Juli den Lichterglanz veranstalten, den wir vielleicht auch im kommenden Jahr in Eutin dann wiedersehen werden. Ich finde, das zeigt auch nochmal eine ganz andere Seite unseres fantastischen Schlossgartens. Da muss jeder beim ersten Mal dabei gewesen sein.

Klehs: Außerdem bieten wir ein Ferienprogramm für Kinder und eine Vielzahl guter Veranstaltung wartet auf die Besucher. Der Vorverkauf für Jan Josef Liefers läuft beispielsweise sehr gut. Und nicht zu vergessen: Das Finale wird großartig mit dem Landesgeburtstag und allem, was dazu geboten wird.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 00:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen