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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Eutin : Die Zeit drängt – oder doch nicht?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Infoabend zum Thema „Landesgartenschau – was kommt danach?“. Alle temporären Beete müssen zurückgebaut werden.

Gelingt es der Stadt auch nach der Landesgartenschau durch bürgerschaftliches Engagement die neuen schönen Ecken Eutins zu erhalten oder beginnt am 4. Oktober der Dornrösschenschlaf?

Beim Informationsabend zu diesem Thema „Landesgartenschau – was kommt danach?“ zu dem Bürgermeister Carsten Behnk sowie Bauamtsleiter und LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt geladen hatten, wurde eines deutlich – die unterschiedliche Vorstellung von Zeit.

Immerhin kamen rund 30 Interessierte, viele von ihnen brennen seit Beginn der Gartenschau für deren Gelingen. Während Bürgermeister Carsten Behnk mit sichtlich mehr Teilnehmern gerechnet hatte – „ich hoffe, sie alle sind als Multiplikatoren gekommen“ – bezeichnete Rubelt die 30 Anwesenden als „sehr gut“. Zur Veranstaltung für den Küchengarten, auf der die derzeit aktiven Vereine und Verbände noch Engagierte für die Zeit danach suchten, seien deutlich weniger gekommen. Denen, die da waren, dankte Rubelt ausdrücklich: „Sie haben dafür gesorgt, dass diese Gartenschau eine so tolle Veranstaltung für die Stadt geworden ist.“ Behnk knüpfte an: „Und ohne das ehrenamtliche Engagement der Bürger schaffen wir es nicht, diesen Erfolg und diese Qualität zu halten. Dazu brauchen wir Sie.“ Beide machten klar, dass es nicht darum gehe, Ehrenamtler für die Pflichtaufgaben der Stadt zu gewinnen, wenngleich die Personaldecke des Baubetriebshofes mit rund acht Mitarbeitern für den gesamten Grünflächenbereich deutlich zu dünn sei. „Uns geht es darum, darüber hinaus Qualitäten zu entwickeln“, sagte Rubelt.

Bei Fragen nach Details, wie viel Manpower denn nötig sei, um beispielsweise die Blumeninseln rund um die Bäume in der Stadtbucht zu pflegen, blieb er im Vagen. Das Konzept zum Pflegeaufwand werde erst nach der Landesgartenschau mit den nötigen Fachkräften erstellt, mit einem Ergebnis vor November rechne er da nicht. Wie einige anwesende Ehrenamtler fand auch Behnk das auf Nachfrage „etwas spät“. „Wir müssen jetzt den Schwung nutzen und herüber retten“, war er mit Thomas Witte d’accord. Witte war extra aus Norderstedt gekommen, um als Vorsitzender des einstigen Fördervereins der Gartenschau (heute des Stadtparks), zu erzählen, wie die fünf Jahre danach geglückt sind. Er schwärmte von dem Streichelzoo, der von Behindertenwerkstätten gepflegt werde, den gut 60 Insulanern, die sich um Blumeninseln in Eigenregie von April bis Oktober mit materieller Unterstützung der Stadt kümmern und von der neuen Wasserskianlage und dem Hochseilgarten – kurz: vom Erfolg des neuen Stadtparks. „Wir fragen uns heute, wo waren die gut 10  000 Besucher früher?“, sagte Witte. Und mahnte: „Auch wenn Sie es nicht hören wollen, Sie müssen heute damit anfangen. Wenn Sie abwarten, ist das Projekt tot. Ein schlechtes Beispiel dafür ist Schleswig. Was sieht man heute dort schon noch von der LGS?“

Auf Anregung von mehreren LGS-Ehrenamtlern wurde noch in der Orangerie ein Treffen für den 7. Oktober 15 Uhr am Eingang Stadt/ Schloss vereinbart, um mit allen Interessierten durch den Seepark zu laufen und vor Ort zu besprechen, was möglich wäre. Im Anschluss daran werden mehrjährige Blumen an die engagierten Ehrenamtler ausgegeben – „für ein Stück Gartenschau im eigenen Grün“, sagte Rubelt.

Während einige Ehrenamtler gern verhindern würden, dass beispielsweise die Blumeninseln in der Stadtbucht abgerissen werden, machte Rubelt auf Nachfrage deutlich: „Alle als temporär beantragten Dinge, auch Beete, müssen zurückgebaut werden, weil wir sonst die Fördermittel zurück zahlen müssen. Hätten wir damals im Antrag dort nicht Rasen, sondern Pflanzen formuliert, wäre die Stadt eine Pflegeverpflichtung von 25 Jahren eingegangen.“ Durch diese Brille geschaut, bleibt also Zeit bis zur nächsten Pflanzperiode. Fraglich ist nur, ob die heute Interessierten nach dem Winterloch noch zu motivieren sind.




Interessierte kommen am 7. Oktober, 15 Uhr, zum Stadteingang der LGS. Von dort geht es mit Bernd Rubelt in den Seepark

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erstellt am 30.Sep.2016 | 00:39 Uhr

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