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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 22:23 Uhr

Die Ruderregatta ist nichts für „Weicheier“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Von einem nervösen Bürgermeister Carsten Behnk, ein viel zu kurzes Rennen zum Siegen und die Wirkungskraft „isotonischer Getränke“ in Verbindung mit Tape

Die Firmen- und Team-Regatta des Germania Rudervereins Eutin (GRVE) um den Wanderpokal des Ostholsteiner Anzeigers hat sich zu einem ebenso sportlichen wie gesellschaftlichen Ereignis entwickelt. In der 6. Auflage der Veranstaltung standen natürlich die sportlichen Leistungen im Mittelpunkt. Doch das „Teambuilding“ auf dem Wasser zeigte auch an Land wieder seine positiven Auswirkungen.

Sonne und Wolken, leichter Wind und Wassertemperaturen um 21 Grad erkannte Georg Elbers, OHA-Verlagshausleiter aus dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, bei der Begrüßung der knapp 100 Firmen- und Teamsportler als gute Voraussetzungen für den Veranstaltungstag. Er dankte vor allen Dingen den vielen Helfern des GRVE für die gute Arbeit.

GRVE-Vorsitzender Wulf Schöning begrüßte besonders die neuen Mannschaften und stellte sie unter „Welpenschutz“: „Die alten Hasen sollten sich etwas zurückhalten, damit auch die Neulinge eine Chance haben.“ In erster Linie aber dankte Schöning den fleißigen Helfern auf dem Wasser und an Land, den Johannitern und der DLRG aber auch Cheforganisator Christian „Nöli“ Noel. Er sei nicht zu ersetzen.

Den 28 angemeldeten Teams standen knapp 20 GRVE-Paten zur Seite, die ihnen in fünf Trainingsrunden auf dem Großen Eutiner See das Rudern „schmackhaft“ machten und die „Welpen“ in den phantastischen Sport einführten. Wulf Schöning hoffte nach dem Wettbewerb auf den Eintritt neuer Mitglieder in den Germania Ruderverein Eutin.

Christian Noel, der 34-jährige Sportwart des GRVE, hatte gewohnt alles im Griff. Von den etwa 155 GRVE-Mitgliedern seien beachtliche 90 Prozent auf dem Wasser aktiv. Und dass neue Mitglieder hinzukommen liege auf der Hand: „Wir merken den deutlichen Anschub allerdings erst im Frühjahr bei unserem Anfängerkursus“, sagte Christian Noel. Hinderung zum Eintritt sei bisher gewesen, dass Mitglieder des Vereins bei der Regatta nicht mitrudern durften, was zu einer Schwächung der Teams geführt habe. Das sei aber ab diesem Jahr geändert worden.

Während Christian Noel die Organisation auf dem Wasser macht, ist seine Mutter Wiebke Noel für die Verpflegung an Land zuständig. nsgesamt stehen zwölf jugendlichen Ehrenamtlern sowie etwa 25 Erwachsenen zur Unterstützung parat. „Das Ereignis läuft zwar nicht so ganz nebenbei, aber es hat sich schon eine gewisse Routine eingestellt“, schmunzelt Christian Noel und weist auf Trainingsabende montags bis mittwochs ab 18 Uhr und donnerstags ab 18.30 Uhr hin.

„Nöli“ war auch gemeinsam mit Meike Schmidt Pate für das Team „Kania“. „Meike Schmidt hat uns beim Wettkampf auf dem Wasser begleitet. Sie eine schöne kräftige Stimme“, schmunzelte Frank Kania, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Julian Lauber, Sebastian Brunstein und Nawid Ehrari zur optimalen Vorbereitung alle fünf Trainingsabende mitgemacht hat. Die Firma Kania war das vierte Mal dabei, diesmal aber mit zwei neuen Ruderern. „Es wurden bei uns sehr schnell neue Mistreiter gefunden“, freute sich Frank Kania über einen anderen Umgang miteinander. Das Betriebliche werde ausgeblendet, die Veranstaltung sei sehr entspannt und locker. Trotzdem entwickelte das Team Kania sportlichen Ehrgeiz.

Die beiden Teams der Curtius Klinik sind angetreten, um den Vorjahreserfolg zu toppen. „Es ist das zweite Mal, dass wir teilnehmen. Im vergangenen Jahr sind wir auf Anhieb dritter geworden“, sagte Dennis Kardell. Diesen Platz wollten die jungen und dynamischen Physiotherapeuten im Alter von 19 bis 28 Jahren in diesem Jahr auf jeden Fall verteidigen. Hilfreich dafür seien einige Rollen Tape für die Muskeln und natürlich „isotonische Getränke“, die goldgelb mit einer Blume in den Gläsern schwappten.

Etwas skeptischer zeigte sich Mirko Schönfeld, Justiziar bei der Firma Gollan und Geschäftsführer bei Baltic FS. Er war am Sonnabend ohne vorheriges Training nach 23 Jahren als Ersatzmann wieder in ein Ruderboot gestiegen, um das Gollan-Team mit Anne Suche, Henning Schönrock und Kim Geschke zu unterstützen. „Die Erinnerungen kamen schnell wieder und es war ein schönes Erlebnis“, schmunzelte Schönfeldt nach dem verlorenen Rennen. Es habe einen Riesenspaß gemacht. Und dass sich so viele Menschen für den Rudersport interessierten habe ihn sehr beeindruckt. Auch das sei Motivation zur Teilnahme im nächsten Jahr: „Das wollen wir hier so nicht stehen lassen.“

Das „Bürgermeister Behnk-Team“ hatte die wohl auffälligsten T-Shirts in diesem Jahr. Carsten Behnk hatte Dirk Lange, Sascha Clasen und Riad El-Lawn im Boot. Steuermann und Pate war Manfred Rath. „Er führte bei uns ein sehr strenges Regiment“, schmunzelte Carsten Behnk. Das letzte Training hatte sein Team erst am Freitag - vielleicht zu kurz vor dem Wettkampf. Nach dem ersten Rennen kam nämlich die Ernüchterung: „Wir waren am Start zu hektisch, die anderen hatten zu viel Vorsprung und der Bürgermeister war nervös“, schmunzelte Sascha Clasen. Für einen Sieg sei die Strecke von 500 Metern einfach zu kurz gewesen. Sie wollten ihre Sache später besser machen.

Die Gruppe „Lehr-Kraft“ der Wisser-Schule um Ulrike Awe war an fünf Abenden beim GRVE im Trainingslager. „Wir haben den Teamgeist aufgenommen, alle sitzen in einem Boot“, war von der Crew kurz vor dem Start zum ersten Rennen aus dem Boot zu hören. Übrigens: Dass alle in einem Boot sitzen, das wünschen sie sich auch für Lehrer, Schüler und Eltern. Und vor allen Dingen sollten sie dann auch in eine Richtung rudern...

Erstmals dabei war das Team „Vocapella“ – und das gleich mit zwei Teams: „Vocaruder“ und „Tourdion“. Nach den Rennen auf dem Wasser stimmten sie an Land auch gleich fröhliche Lieder an. Sie freuten sich über den Wind von hinten, viel Spaß und eine gute Organisation. Sie hätten miteinander viel gelacht und festgestellt, dass die Gemeinschaft auch rudernd funktioniert. Ob sie es wieder machen wollen?„Ja!“ riefen sie aus allen Mündern und aßen von ihrem reichlichen Büfett, das sie sich mitgebracht hatten. Und zwei Sänger überlegen konkret, in den Germania Ruderverein Eutin einzutreten.  

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erstellt am 18.Sep.2016 | 12:28 Uhr

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